Selbst wenn Sie erst seit kurzem Ihre neue Führungsposition innehaben, sollten Sie das Thema "Angst vor Arbeitsplatzverlust" nicht leichthin abtun. Nutzen Sie vielmehr die folgenden Schritte in "guten Zeiten", um den Fortgang Ihrer Karriere auch für die "schlechten" abzusichern.
1. Schritt: Bauen Sie ein professionelles und persönliches Netzwerk auf
Im Laufe Ihres Berufslebens übergeben und erhalten Sie unter Garantie einige Hundert Geschäftskarten – das ist Ihr Netzwerk. Überlegen Sie doch einmal, wie dicht dieses bereits geknüpft ist:
- Wie oft treffen Sie sich mit Kollegen aus der Firma, Ihrer Branche, Ihrer Stadt oder Region oder eines branchenübergreifenden Wirtschaftsclubs?
- Kennen Sie auf Anhieb einen Führungskollegen, der Ihnen zu einem bestimmten Fachthema eine qualifizierte Auskunft geben kann?
- Wie viele Mit-Manager kennen Sie, die Sie zu Karrierefragen ansprechen können, ohne befürchten zu müssen, dass dies in Windeseile die Runde macht?
Wenn Sie wissen, dass Sie wichtige Aufgaben für Ihren Betrieb erbringen, dann sollten das natürlich auch die anderen Führungskräfte wissen und Ihren Wert schätzen können. Dies werden Ihre Kollegen vor allem dann tun, wenn von Ihnen bekannt ist, dass Sie Ihre Kollegen bei der Lösung von Problemen oder Fragen unterstützen. Drängen Sie sich aber nicht ungefragt auf, sondern bieten Sie einfach nur Ihren Rat an, wenn Sie danach gefragt werden. Kollegialität kann sich als eine starke Sicherheitsleine erweisen.
Nehmen Sie außerdem teil am beruflichen Leben in Ihrer Branche und in Ihrer Region. Engagieren Sie sich in Verbänden, Fachvereinen und Gremien – auch wenn es Sie jede Woche 3, 4 Stunden Ihrer Freizeit kostet. Betrachten Sie die Zeit als Investment in Ihre eigene Karriere. Es ist gut angelegte Zeit.
| BEISPIEL: Der direkte Draht |
Da seine externen Stellengesuche keinen Erfolg gebracht haben, wendet sich Herr Krause an seinen rotarischen Freund Herrn Schmitz. Dieser ist Geschäftsführer in einer Vertriebsfiliale. Herr Krause erfährt von ihm, dass dessen Unternehmen den Aufbau eines größeren Call-Centers plant und hierfür noch einen erfahrenen Leiter sucht. Da Herr Krause an dieser Arbeitsstelle interessiert ist, vermittelt Herr Schmitz ihm den persönlichen Kontakt zum Personalverantwortlichen.
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2. Schritt: Machen Sie auf sich aufmerksam
Vergraben Sie sich nicht in Ihrem Büro oder hinter dem PC, sondern suchen Sie Kontakt zu Multiplikatoren, Meinungsbildnern und wichtigen Schlüsselpersonen in Ihrem Betrieb und in Ihrem Wirtschaftszweig. Überlegen Sie einmal,
- wann Sie das letzte Mal in einer Fach- oder Wirtschaftszeitschrift allein oder mit Hilfe Ihrer PR-Abteilung einen Beitrag veröffentlicht oder
- wann sie einen Vortrag vor Branchenkollegen gehalten haben oder
- ob es Sie reizen würde, ein Fachbuch zu schreiben.
Viele Führungskräfte haben in den letzten Jahren die klassische Professorenregel "publish or perish" (etwa: veröffentliche oder gehe unter) neu für sich entdeckt. Dahinter steht nichts anderes als Marketing in eigener Sache: Wessen Name in der Fachgemeinschaft oder in der Branchenwelt zu einem Begriff geworden ist, der kann gar nicht auf der Strecke bleiben. Für ihn findet sich immer ein neues berufliches Betätigungsfeld, sei es im eigenen Wirtschaftszweig, bei einer Beratungsgesellschaft oder sogar als Lehrkraft an einer Bildungsstätte.
Beschränken Sie Ihre Kontakte nicht auf Ihre Stadt oder Ihre Region – Business goes global, und wer weiß, ob Sie nicht eines Tages von einem Personalberater auf eine Position in Rom, London oder Shanghai angesprochen werden?
| BEISPIEL: Der überflüssige Personalleiter |
Das Aluminium-Produktionsunternehmen Alui ist vor einem Monat vom schwedischen Konzern Savi aufgekauft worden. Alle wesentlichen unternehmensinternen Entscheidungen werden seither in der Göteborger Zentrale getroffen. Der deutsche Personalleiter Herr Gottfried müsste daher eigentlich um seine Stelle fürchten. Da er aber regelmäßig in personalwirtschaftlichen Fachzeitschriften zu verschiedenen Themen Aufsätze geschrieben hat, ist er in der Fachöffentlichkeit kein Unbekannter mehr. Dessen ist sich auch die schwedische Konzernführung bewusst und bietet Herrn Gottfried an, eine hausinterne Akademie für High Potentials aufzubauen und zu leiten. |
| PRAXIS-TIPP: Sich unentbehrlich machen |
| Jeder, der in seinem Fachgebiet dann und wann etwas publiziert, kennt die einschlägigen Medien und weiß, wie man eine süffisante und für die Branche lesenswerte Personalie an den Redakteur bringt. Und wer gar nebenberuflich als Beirat die Finanzen der regionalen IHK kontrolliert, genießt einen ähnlichen Kündigungsschutz wie ein Mitglied des Betriebsrats: Selbst notorischen Schlechtleistern kann nicht gekündigt werden, entweder weil das Unternehmen das nicht darf oder weil die Verantwortlichen glauben, es sich nicht leisten zu können, ohne ihr Image in der Öffentlichkeit zu riskieren. |
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