Alle Jahre wieder… gibt es spätestens zum Jahreswechsel viele gute Vorsätze. Ob es mehr Sport oder die regelmäßige Fachlektüre ist oder einfach nur darum geht, das Leben und dessen tägliche Herausforderungen etwas gelassener zu nehmen. Wenn da nicht die Gewohnheit wäre und der innere Schweinehund, der wie wild an seiner Kette zerrt und bellt…
Vorsätze lassen sich nur dann verwirklichen, wenn drei Faktoren berücksichtigt werden. Jeder Vorsatz braucht immer ein Wollen, ein Glauben und ein Planen – sonst ist das Scheitern vorprogrammiert. Was wir heute sind, ist das Resultat von dem, was wir gestern, was wir in unserer Vergangenheit gedacht und getan haben – oder auch, was wir unterlassen haben. Wir leben am liebsten, was wir bereits kennen. Wir werden durch unsere Gewohnheiten geprägt. Doch gerade das kann uns in eine Sackgasse führen, wenn es darum geht, gute Vorsätze auch zu realisieren.
1. Mit dem Sandwich-Prinzip Vorsätze verwirklichen Gute und schlechte Gewohnheiten bestimmen unseren Alltag. Gewohnheiten erleichtern uns das Leben, weil wir nicht jedes Mal, bei jedem Handgriff neu überlegen müssen, was zu tun ist – wir tun es einfach. Aber Gewohnheiten können auch viele Fesseln sein. Ein spanisches Sprichwort sagt: „Anfangs sind Gewohnheiten Spinnweben, später Drahtseile.“ Alte Gewohnheiten lassen kaum mehr Spielraum für neue Schritte. Gewohnheiten entstehen mühelos, aber sie wieder abzubauen, ist mühsam. Welche alten Gewohnheiten möchten Sie verändern? Welchen Vorsatz verwirklichen?
Packen Sie Ihren Vorsatz zeitlich zwischen zwei alte Gewohnheiten, die bereits automatisiert und Ihnen angenehm sind. Wenn zum Beispiel das morgendliche Ritual aus den beiden Annehmlichkeiten „Gemütlich-Cappuccino-Trinken“ und „Tageszeitungs-Lektüre“ besteht (alte Gewohnheiten), legen Sie doch künftig den guten Vorsatz „Tagesplanung“ bzw. „Aktualisierung“ der Wochenplanung dazwischen. Oder packen Sie abends – zwischen die alten Gewohnheiten „Zähneputzen“ und „Kleidung-für-den-nächsten-Tag-Vorbereiten“ – Ihren guten Vorsatz „Sport“: Legen Sie Anziehsachen fürs morgendliche Jogging heraus. Damit Sie gleich nach dem Aufstehen automatisch und ohne groß zu überlegen in die Gänge kommen.
Es ist unmöglich, alte Gewohnheiten abzulegen. Sie können nur durch neue, bessere Gewohnheiten überwunden werden. Verhaltensforscher haben herausgefunden, dass dieser Prozess mindestens 28 Tage dauert. So lange braucht das Gehirn nämlich, um ein neues Verhaltensmuster zu installieren. Wenn schließlich etwas Neues zur Gewohnheit geworden ist, müssen wir nicht jedes Mal so verdammt viel Energie aufbringen, um es auch wirklich zu tun. Es fällt jetzt ganz leicht – weil es ja zur Gewohnheit geworden ist.
2. Den „inneren Schweinehund“ überlisten Um Vorsätze zu verwirklichen, müssen wir unserem Unterbewusstsein konkrete Anweisungen geben. Mit Formulierungen wie beispielsweise „Ich würde gerne mit dem Rauchen aufhören!“ kann unser Unterbewusstsein nichts anfangen. Formulieren Sie Ihre guten Vorsätze so, als hätten Sie diese bereits in die Tat umgesetzt: „Ich rauche nicht mehr!“, „Ich ernähre mich gesund!“
Nehmen Sie sich nur vor, was Sie auch tatsächlich erreichen können. Teilen Sie das große Ziel in kleinere Etappen. Feiern Sie Teilerfolge. Machen Sie sich ein Bild von dem, was Sie unbedingt erreichen wollen. Je konkreter und lebendiger das Bild, umso besser.
Ein Rückfall in alte Verhaltensmuster ist kein Beinbruch. Häufig sind mehrere Versuche nötig, um ans Ziel zu kommen. Werten Sie Fehlversuche nicht als Scheitern, sondern als Erfahrung, aus der Sie lernen können. Warum wurde ich schwach? Was muss ich nächstes Mal besser machen? Haben Sie einfach etwas Geduld, mit sich und Ihren Gewohnheiten – dann klappt´s auch mit den guten Vorsätzen.
Autor
Slatco Sterzenbach
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Slatco Sterzenbach studierte Diplomsportwissenschaften mit dem Schwerpunkt Prävention und Rehabilitation. Seit über 20 Jahren widmet er sich dem Thema Training und Gesundheit. Mit seiner Firma „LEBENSKRAFT“ organisiert er Healthmanagement– Incentives für internationale Großfirmen. Seine praktischen Leistungssport-Erfahrungen sprechen für seine Authentizität. Wie kein anderer schafft er es, die Tricks der Leistungssportler für Manager nutzbar zu machen. Unter anderem ist er der Fitness-Experte und spezielle Berater für die neue Bewegungskampagne von McDonald’s.