Heutzutage sind im Vorstellungsgespräch nicht nur die Bewerber
gefragt. Denn im Wettstreit um die besten Talente im Markt erkennen
zunehmend auch Unternehmen, wie wichtig es ist, selbst einen positiven
Eindruck zu hinterlassen. Aus diesem Grund halten es 89 Prozent der
deutschen HR- und Finanzmanager für wichtig, dass Kandidaten
bereits beim Bewerbungsgespräch ihren potenziellen neuen
Vorgesetzten kennenlernen. Etwas mehr als die Hälfte von ihnen (51
Prozent) findet darüber hinaus, dass Bewerber schon beim ersten
Kontakt ihre künftigen Kollegen treffen sollten. Dies ergab eine
internationale Studie von Robert Half Finance & Accounting, dem
weltweit führenden Personaldienstleister für Fach- und
Führungskräfte im Finanz-, Rechnungsund Bankwesen.
Besonders in Branchen mit starkem Fachkräftemangel begegnen sich
der Arbeitgeber und der potenzielle Arbeitnehmer auf Augenhöhe.
Somit befinden sich die Unternehmen selbst ebenfalls in einer
Prüfungssituation. Der interessierte Bewerber soll sich ein
Gesamtbild über das Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber und
die vakante Position als spannenden Arbeitsplatz machen können.
Passt das Qualifikationsprofil zu der ausgeschriebenen Stelle, gilt es
nach Meinung der Personalmanager abzuklären, ob der Kandidat auch
menschlich ins Team passt. Hier spielt die Beteiligung des direkten
Vorgesetzten am Gespräch eine wichtige Rolle. „Unsere
Erfahrung zeigt, dass Bewerber diesen ersten persönlichen Kontakt
sehr schätzen“, bestätigt Sven Hennige, Senior Regional
Director Central Europe bei Robert Half Finance & Accounting.
„Gewinnt er oder sie bereits vor der Einstellung einen klaren
Eindruck vom Team und Arbeitsbereich, trägt dies wesentlich dazu
bei, die Unsicherheit bei der Entscheidung zu reduzieren.“
Gehalt allein gibt nicht den Ausschlag
Die befragten Personalverantwortlichen bestätigen auch eine
Verlagerung des Interessensfokus der Bewerber: 67 Prozent von ihnen
beobachten eine weiterhin wichtige Rolle der Gehaltsfrage in den
Einstellungsinterviews. Jedoch sind Karriereperspektiven und das
Arbeitsumfeld stark in den Vordergrund gerückt. 65 Prozent der
Befragten haben festgestellt, dass Bewerber im Vergleich zu vor
fünf Jahren weitaus häufiger ganz konkrete Fragen zu den
Aufgaben der künftigen Position und zum Arbeitsumfeld stellen.
Über die Hälfte wird außerdem zu
Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen befragt. Mit dieser
Beobachtung liegen die deutschen Bewerber im internationalen Trend.
„Qualifizierte Fach und Führungskräfte können
meist zwischen mehreren Stellen wählen und stellen
Personalentscheider damit vor neue Herausforderungen: Nicht mehr nur
der Kandidat muss sich von seiner besten Seite präsentieren,
sondern auch das Unternehmen. Für HR Manager ist es sehr wichtig,
entsprechend vorbereitet in die Jobinterviews zu gehen“,
resümiert Hennige.
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Auffällig ist, dass unternehmensinterne Optionen auf
Auslandserfahrungen nicht die gleiche Aufwertung erfahren haben. In nur
etwas mehr als einem Viertel (26 Prozent) der Fälle wird in
Vorstellungsgesprächen verstärkt nach diesen
Möglichkeiten gefragt. Zum Vergleich: In Luxemburg berichteten 44
Prozent und in Frankreich 34 Prozent der HR Manager von diesem Wunsch.
8 Tipps für HR Manager: So präsentieren Sie Ihr Unternehmen optimal
Der erste Eindruck zählt – dies gilt heutzutage gleichermaßen für Bewerber wie für
potenzielle Arbeitgeber. Nachfolgende Tipps von Robert Half helfen
Personalentscheidern bei der Vorbereitung auf ein
Vorstellungsgespräch:
- Binden Sie die Fachabteilung frühzeitig in den Prozess
ein. Erarbeiten Sie zusammen ein ausführliches Stellen- und
Anforderungsprofil.
- Versetzen Sie sich in die Lage eine
Bewerbers: Was sind die Vorteile bei uns zu arbeiten und welche davon
könnten speziell für diesen Bewerber interessant sein? Lassen
Sie diese ins Gespräch einfließen.
- Bitten Sie
den direkten Vorgesetzten, bei dem Gespräch zumindest zeitweise
anwesend zu sein, um dem Kandidaten einen ersten Eindruck zu vermitteln.
- Bereiten
Sie sich gut auf konkrete Fragen zu den Entwicklungsmöglichkeiten
vor und treffen Sie klare Aussagen über die Möglichkeiten.
- Bleiben
Sie bei Ihrer Einschätzung zu den Karriere- und
Weiterbildungsmöglichkeiten realistisch. So vermeiden Sie
spätere Enttäuschungen und eine Kündigung bereits nach
kurzer Zeit.
- Zeigen Sie dem Kandidaten was ihn/sie erwartet:
Führen Sie ihn/sie durch das Unternehmen oder die Abteilung, damit
er/sie einen ersten Eindruck vom Arbeitsumfeld und den potenziellen
Kollegen erhält.
- Geben Sie den Bewerbern die
Möglichkeit, den Teammitgliedern Fragen zu stellen. Dies
vermittelt einen authentischen Eindruck und zeigt ehrliches Interesse
am Bewerber.
- Bieten Sie an, dass Sie auch nach dem Interview für vertiefende Fragen zur Verfügung zu stehen.
Über Workplace SurveyDie von Robert Half entwickelte Studie „Workplace
Survey“ untersucht Karrieretrends und Entwicklungen in 17
Ländern: Australien, Belgien, Deutschland, Frankreich,
Großbritannien, Hong Kong, Irland, Italien, Japan, Kanada,
Luxemburg, Niederlande, Neuseeland, Schweiz, Spanien, Tschechische
Republik und USA. Die vorliegende Meldung beschränkt sich dabei
auf den Themenbereich „Recruitment/Interview“. Die
Befragung wurde im Frühjahr 2007 von einem internationalen,
unabhängigen Meinungsforschungsinstitut bei 5.098 Personalmanagern
aus kleinen, mittelständischen und großen Unternehmen
durchgeführt.
Zum Thema im Internet*:
http://www.roberthalf.de
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