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PRAXIS
Business-Knigge
4 internationale Fettnäpfchen

New York, Rio, Tokio - wenn Sie ein Projekt im Ausland annehmen, dann wartet dort nicht nur der eigentliche Job, sondern auch häufig fremde Sitten und Gebräuche - und Fettnäpfchen. Wie man sich gegen peinliche Auftritte im Ausland wappnet haben wir für Sie für einige Destinationen zusammengestellt:

Die große weite Welt fasziniert uns nicht nur zur Sommer- und Ferienzeit. Viele  treibt es aus rein beruflichen Gründen immer öfter in alle Himmelsrichtungen. Globalisierung findet nicht nur im Internet statt, sondern auch am eigenen Leib. So wird man als Experte ins ferne Brasilien geschickt, um Prozesse zu überprüfen oder nach Indien, um Projekte zu begleiten. Wer auf die feinen kulturellen Unterschiede des jeweiligen besuchten Landes achtet, hat meist einen besseren Start und tut sich auch im Laufe des Besuchs leichter mit den Kollegen, Lieferanten oder Auftraggebern.

1. Indien - ein Land zwischen Tradition und Hightech
Viele Spezialisten kommen aus Indien nach Deutschland und in andere westliche Länder. Greencards wurden gerade für Inder vermehrt beantragt und ausgestellt. Wie aber steht es damit, wenn Sie als Spezialist nach Indien kommen?

Seien Sie sich bewusst, dass Inder gerne viel versprechen, aber nur die Hälfte, wenn nicht sogar noch weniger einhalten. In Verhandlungen ist es wichtig, seinem indischen Partner einen kurzfristigen Nutzen darzustellen. Unser langfristiges Denken liegt ihnen fern. Bauen Sie Beziehungen zum Geschäftspartner auf. Eine E-Mail als Kaltakquise-Technik wird zu 99% nicht beantwortet. Lassen Sie sich lieber über eine dritte Person empfehlen.

Das bestehende Kastenwesen unterstreicht ein starkes Hierarchiedenken und so kommt es vor, dass bestimmte Berufe noch immer von bestimmten Kasten besetzt sind. Zum Beispiel sind Controllingpositionen oft von Personen der Vaishya, das ist die Kaste der Händler und Grundbesitzer, besetzt. Aber im Grunde kann man sich heute aus der niederen Kaste hocharbeiten - gerade bei europäischen Unternehmen.

Der männliche Entsandte sollte sich bei der Begrüßung von Frauen zurückhalten. Warten Sie, bis sie Ihnen die Hand reichen. Eine fremde Frau zu berühren ist sehr unhöflich. Männer untereinander reichen sich die Hand, die Begrüßung der Frau erfolgt oft durch die Namaste-Geste. Ein Kopfnicken, bei dem die Hände unter dem Kinn gehalten werden.

2. Russische Föderation - Business mit Wodka und Kaviar
Die Grenzen der EU verschieben sich immer weiter nach Osten, die Russische Föderation ist dadurch Nachbar der EU geworden. Deshalb schauen wir uns Kultur und Geschäftsgepflogenheiten des größten Lands der Erde einmal genauer an. In erster Linie sollten Sie für einen Besuch in Russland viel Zeit und Geduld im Reisegepäck haben. Die Beziehungspflege ist das A und O im Russland-Geschäft. Sie sollten sich auf eine ausgeprägte Hierarchie-Struktur einstellen.

Ähnlich wie in Indien, geben Männer den Frauen nicht die Hand, sondern warten bis diese ihnen gereicht wird. Passiert dies nicht, sind ein leichtes Kopfnicken und ein kurzer Blickkontakt üblich. Längere Blickkontakte sind in Russland eher selten. Frauen werden sehr höflich behandelt. Herren untereinander begrüßen sich mit einem Handschlag. Der bekannte russische Bruderkuss wird höchstens unter engeren Beziehungen gepflegt - aber ganz bestimmt nicht bei einem Erstkontakt. Bringen Sie gerade für Verhandlungen einen Dolmetscher mit. Gehen Sie nicht davon aus, dass Ihr Partner fließende Englischkenntnisse vorweisen kann. Lassen Sie sich nicht zu schnell auf einen Kompromiss ein. Das ist ein Zeichen für Schwäche. Durchhaltevermögen und Stärke zahlen sich im Zweifel aus. Wenn Sie zu guter Letzt einen Vertrag abgeschlossen haben, sollten Sie diesen nicht überschätzen. Garantierte Lieferzeiten bedeuten meist nicht all zu viel.

Und ja, Sie sollten trinkfest sein. Das erste Glas wird auf ex getrunken, danach geht es mit "männlichen" Zügen weiter.


Lesen Sie auf der nächsten Seite, was Sie auf der "Insel" und in Brasilien beachten müssen!
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