Wer Aufgaben richtig delegiert, verschafft sich wertvolle Zeit und mehr
Freiräume. Allerdings kann die Delegation auch gründlich
schiefgehen. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche 8 Fehler bei der
Delegation immer wieder gemacht werden und wie Sie diese Fehler
vermeiden.
Fehler 1: Die falschen Aufgaben werden delegiert
Zwar lassen sich in der Regel sehr viel mehr Aufgaben delegieren, als
manch Führungskraft denkt, aber eben doch nicht alle.
Mitarbeitergespräche zum Beispiel sind und bleiben
Führungsaufgabe.
Das können Sie dagegen unternehmen: Erstellen Sie eine Liste mit
allen Aufgaben, die Sie regelmäßig erledigen müssen.
Streichen Sie aus dieser Liste eindeutige Führungsaufgaben sowie
alle Aufgaben, die sehr wichtig und sehr dringend sind. Die Aufgaben,
die nach dieser Prozedur noch in der Liste stehen, können Sie
grundsätzlich an Ihre Mitarbeiter delegieren.
Tipp: Sehen Sie sich die Aufgaben, die Sie aus der Liste gestrichen
haben, auf jeden Fall noch einmal kritisch an. Können Sie die
Aufgabe nicht abgeben? Oder möchten Sie die Aufgabe vielleicht
nicht angeben? Ist die Aufgabe wirklich so dringend und wichtig, dass
Sie sie selbst erledigen müssen? Oder glauben Sie das nur?
Fehler 2: Delegation an den falschen Mitarbeiter
Nicht jeder Mitarbeiter eignet sich für jede Aufgabe. Einen sehr
zurückhaltenden Typ mit der Öffentlichkeitsarbeit zu
beauftragen wird mit Sicherheit zu Problemen führen. Jemand, der
nicht über die nötigen fachlichen Qualifikationen
verfügt, kann eine Aufgabe nicht zufriedenstellend erledigen
selbst wenn er sich noch so viel Mühe gibt.
Das können Sie dagegen unternehmen: Delegieren heißt nicht,
dass Sie Aufgaben nach dem Gießkannen-Prinzip unter Ihren
Mitarbeitern verteilen sollen frei nach dem Motto: ,,Jeder kommt
mal an die Reihe".
Überlegen Sie sich, welcher Mitarbeiter für welche Aufgabe
optimal geeignet ist. Achten Sie dabei aber nicht nur auf die
fachlichen Qualifikationen, sondern stellen Sie auch sicher, dass die
Aufgabe zu den persönlichen Stärken und Schwächen des
Mitarbeiters passt. Ein Mitarbeiter, der zum Beispiel keine
Verantwortung übernehmen möchte, ist sehr schnell
überfordert, wenn er anspruchsvolle Aufgabenbereiche in Eigenregie
ausfüllen soll. Unterfordern Sie Ihre Mitarbeiter aber auch nicht
durch banale Standardaufgaben.
Tipp: Stellen Sie Ihre Mitarbeiter mit den neuen Aufgaben auch vor neue
Herausforderungen. Falls ein Mitarbeiter zusätzliche
Qualifikationen für die Aufgabe benötigt, stellen Sie sicher,
dass er diese Qualifikationen auch erhält - zum Beispiel in einer
Schulung oder durch eine Weiterbildung.
Fehler 3: Fehlende Arbeitsanweisung bei der Delegation
Wer Arbeitsaufträge wie ,,Sie wissen schon, was ich haben will"
oder ,,Machen Sie mal. Ich weiß, dass Sie das hinbekommen"
erteilt, muss auch damit leben können, dass das Ergebnis nachher
vielleicht ganz anders aussieht als gewünscht. Daran ändert
auch die Delegation nichts.
Das können Sie dagegen unternehmen: Besprechen Sie mit dem
Mitarbeiter im Detail, wie die Aufgabe aussieht und was Sie als
Ergebnisse erwarten. Sagen Sie klar und deutlich, was bis wann erledigt
werden muss zum Beispiel: ,,Sie müssen den Bericht bis Ende
des Monats fertig gestellt haben". Machen Sie keine Vorgaben, die
missverständlich sind. ,,So schnell wie möglich"
interpretiert zum Beispiel jeder Mensch anders. Geben Sie dem
Mitarbeiter Gelegenheit, Bedenken und Einwände zu
äußern. Vielleicht kommen ja auch
Verbesserungsvorschläge.
Tipp: Wenn Sie selbst nicht im Detail wissen, was Sie genau bis wann
als Ergebnis haben wollen, können Sie auch keinen präzisen
Arbeitsauftrag erteilen. Nehmen Sie sich daher Zeit, bereiten Sie sich
sorgfältig vor. Eine Delegation auf den letzten Drücker geht
in fast allen Fällen schief und zwar gründlich.
Fehler 4: Delegation ohne Verantwortung
Beim Delegieren geht es nicht darum, sich einen Erfüllungsgehilfen
zu suchen, dem feste Vorgaben ,,aufgedrückt" werden. Wie ein
Mitarbeiter eine Aufgabe erfüllt, die ihm übertragen wird,
muss der Mitarbeiter auch selbst entscheiden können.
Das können Sie dagegen unternehmen: Trennen Sie sich nicht nur von
Aufgaben, sondern auch von der Verantwortung für die Aufgabe. Denn
sonst müssten Sie ständig kontrollieren, ob Ihr Mitarbeiter
die Aufgabe auch so erledigt, wie Sie es gerne möchten. Das kostet
Sie nicht nur viel Zeit und Energie, sondern lässt auch die
Motivation des Mitarbeiters schnell erlahmen. Überlassen Sie es
Ihrem Mitarbeiter, wie er zu den gewünschten Ergebnissen kommt.
Geben Sie ihm Freiräume, räumen Sie zusätzliche
Kompetenzen ein und stellen Sie ihm alle erforderlichen Hilfsmittel zur
Verfügung.
Lesen Sie auf der nächsten Seite über unangenehme Aufgaben und Mißerfolge!