Die aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes sind alarmierend: 3,3
Prozent Inflation im Juni dieses Jahres. Eine erste Teilauswertung der
groß angelegten Hewitt-Studie zur Gehaltsentwicklung in Europa
zeigt, dass trotz der hohen Inflationsrate die Gehälter der
Arbeitnehmer in Europa im kommenden Jahr nur geringfügig ansteigen
– teilweise wird die Steigerungsrate sogar unter der des
Vorjahres liegen. Das heißt, die Arbeitnehmer haben praktisch
kein zusätzliches Geld im Portemonnaie. „Die hohe Inflation
wird auch im kommenden Jahr einen Großteil der
Gehaltssteigerungen egalisieren. Das schwächt die Kaufkraft der
Bevölkerung und damit die gesamte Wirtschaft", sagt Marco Reiners,
Vergütungsexperte bei Hewitt Associates. Für Deutschland
erwartet die Managementberatung Hewitt Associates Gehaltssteigerungen
von durchschnittlich 3,6 Prozent im nächsten Jahr (2008: 3,3
Prozent).
Dies sind erste Ergebnisse der globalen Hewitt-Studie „Salary
Increase Survey", in der Gehaltserhöhungsangaben von knapp 2.000
Unternehmen aus mehr als 40 Ländern Europas ausgewertet werden.
Bis Oktober wird der vollständige Ergebnisbericht mit
detaillierten Daten aus allen Ländern vorliegen und die aktuellen
Gehaltserhöhungen mit den tatsächlichen
Gehaltserhöhungen 2008 und den prognostizierten Entwicklungen
für das Jahr 2009 für fünf Funktionsebenen vom
Top-Management bis hin zum Arbeiter vergleichen.
Europa – ein LändervergleichVerglichen mit dem Vorjahr dürfen die Arbeitnehmer in den
Niederlanden 2009 den größten Gehaltssprung erwarten. Hier
prognostiziert Hewitt eine Steigerung um 4,2 Prozent, das sind 0,4
Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. Hingegen wird für Spanien
mit 3,7 Prozent eine deutlich geringere Gehaltssteigerung als im
Vorjahr vorhergesagt. 2008 legten hier die Gehälter um 4,5 Prozent
zu. Mit 4,8 Prozent ist die für Griechenland prognostizierte
Gehaltssteigerung verglichen mit den anderen Ländern zwar
überdurchschnittlich hoch, jedoch fällt sie auch hier 0,2
Prozentpunkte niedriger aus als 2008. „Auch wenn Unternehmen sich
verstärkt auf dem Arbeitsmarkt profilieren müssen, stagniert
die Gehaltsentwicklung in den vergangenen Jahren nahezu. Die
Vergütung ist zwar immer noch eine wichtige, jedoch nicht mehr die
einzige Stellgröße für Arbeitgeberattraktivität,
Produktivität, Motivation und maximale Leistung", sagt Marco
Reiners von Hewitt Associates.
Zum Thema im Internet*
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