|
|
 |
|
|
 |
 |
 |
NEWS
-
Fraunhofer ISE - Mehrfach-solarzellen
|
39,7 % – neuer europäischer Rekordwirkungsgrad für Solarzellen |
39,7 % - mit diesem Wirkungsgrad für eine Mehrfach-solarzelle
haben Forscher am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme
ISE ihren erst kürzlich erreichten europäischen
Rekordwirkungsgrad (37,6 %) noch einmal gesteigert. Mehrfachsolarzellen
aus III-V Halbleitern werden in der
Photovoltaik-Konzentratortechnologie für Solarstrom-kraftwerke
eingesetzt.
»Wir haben die Kontaktstrukturen unserer Solarzellen noch einmal
optimiert«, sagt Dr. Frank Dimroth, Leiter der Arbeitsgruppe
‚III-V Epitaxie und Solarzellen’ am Fraunhofer ISE.
»Dadurch erreichen wir mit den gleichen Halbleiter-strukturen nun
eine noch höhere Umwandlungseffizienz von Sonnenlicht in
elektrischen Strom.«
Für die Anwendung in Photovoltaik-Konzentratorsystemen müssen
die Mehrfachzellen bei 300 bis 600 Sonnen, d.h. bei 300 bis 600-facher
Konzentration des Sonnenlichts ihre optimale Leistung erbringen.
Hierfür haben die Wissenschaftler am Fraunhofer ISE ihre Zellen
weiter optimiert. Wurden bislang maximale Effizienzen bei 1700-facher
Konzentration erzielt, so sind es jetzt bei den neuen Zellen nur noch
knapp 300 Sonnen. Der wesentliche Unterschied liegt in der
Metallisierung der Vorderseiten. Hier leitet ein Netzwerk aus
dünnen Metalladern (siehe Abb. 1) den Strom von der Mitte der
Solarzelle bis hin zum Rand, wo er dann von einem 50 µm dicken
Golddraht abgegriffen wird. Gerade unter konzentriertem Sonnenlicht ist
die Struktur dieses Metall-Netzwerks entscheidend. Zum Einen
müssen die Metalladern groß genug sein, um die hohen
Ströme unter konzentriertem Licht mit geringem Widerstand zu
transportieren. Zum Anderen müssen sie möglichst klein sein,
da das Sonnenlicht das Metall nicht durchdringen kann. Damit ist die
metallisierte Fläche für die Umwandlung in der Solarzelle
verloren.
Am Fraunhofer ISE wurde seit zwei Jahren an einem neuen Programm
zur theoretischen Berechnung der optimalen Kontaktstruktur gearbeitet.
Auf der Basis dieser Arbeiten, die durch das EU Projekt Fullspectrum
(SES6-CT-2003-502620) gefördert wurden, entstanden die
jüngsten Rekord-Solar-zellen, die sich speziell für den
Einsatz unter inhomogener Beleuchtung – wie sie bei der
Konzentration des Sonnenlichts vorliegt – eignen. Diese
Solarzellen werden unter anderem in den Konzentratormodulen des Typs
FLATCON® am Fraunhofer ISE und beim Spin off Concentrix Solar GmbH
eingesetzt.
»Wir sind sehr froh, dass wir in so kurzer Zeit einen weiteren
entscheidenden Schritt voran gekommen sind«, so Dr. Andreas Bett,
Abteilungsleiter am Fraunhofer ISE. »Höchste
Umwandlungseffizienzen helfen die junge Techno-logie der
konzentrierenden Photovoltaik wettbewerbsfähig zu machen und in
Zukunft die Kosten für Strom aus Sonnenlicht weiter zu
senken«.
Die Forscher am Fraunhofer ISE entwickeln seit mehr als zehn Jahren
Mehrfachsolarzellen mit höchsten Wirkungsgraden. Ein Fokus liegt
dabei auf sogenannten metamorphen (gitterfehl-angepassten)
Dreifachsolarzellen aus Ga0.35In0.65P, Ga0.83In0.17As und Ge, welche
ein besonders hohes theoretisches Wirkungs-gradpotenzial haben. Die
Solarzellenstrukturen bestehen aus mehr als 30 Einzellschichten, welche
mittels Metallorganischer Gasphasenepitaxie (MOVPE) auf einem
Germanium-Substrat abgeschieden werden. Solche Mehrfachsolarzellen aus
III-V Halbleitern erreichen heute weltweit mit Abstand die
höchsten Umwandlungseffizienzen, werden aber aufgrund der hohen
Material- und Herstellungskosten nur in konzentrierenden PV-Systemen
und im Weltraum eingesetzt.
|
 |
 |
| NEUES VON MESSEN UND CONGRESS |
|
 |
 |
|
|
 |
|