Ein weltweit neuartiges Compound auf der Basis von Polypropylen (PP)
ermöglicht es, spritzgegossene Schaltungsträger (Molded
Interconnect Devices, MID) mit einem vollkommen neuen
Verfahren und wesentlich einfacher als bisher herzustellen. Die
Innovation bei diesem von Peter Putsch erfundenen Compound: Die
Leitfähigkeitskomponente auf Kohlenstoffbasis ist in das
spritzgießfertige Material bereits eingebettet. Daher
entfällt die bisher erforderliche Metallisierung vollständig,
so dass sich MIDs in nur zwei Fertigungsschritten herstellen lassen.
- Erster Schritt: Das dreidimensionale Bauteil entsteht durch einfaches Einkomponenten-Spritzgießen.
- Zweiter
Schritt: Durch gezieltes Lasern wird die Bauteil-Oberfläche
angeschmolzen; in diesen Bereichen tritt die
Leitfähigkeitskomponente an die Oberfläche. Dadurch wird das
Bauteil zum Schaltungsträger, der beliebig geformte Leiterbahnen
und/oder Flächen mit der gewünschten Leitfähigkeit
trägt.
Für das Lasern hat das Bayerische Laserzentrum (BLZ), Erlangen,
die bei der MID-Herstellung gebräuchlichen Laser bereits
erfolgreich erprobt – von schmalen Leiterbahnen bis zu
leitfähigen Flächen lassen sich alle gewünschten
Strukturen erzeugen. Der elektrische Widerstand der Leiterbahnen liegt
im Kiloohm-Bereich. Mit steigender Laserintensität steigt auch die
Leitfähigkeit. Die leitenden und nichtleitenden Bereiche sind
scharf getrennt und bis zur üblichen Dauergebrauchstemperatur von
PP langzeitstabil. Die Leiterbahnen sind gegen mechanische
Beanspruchung und Verkratzen unempfindlich. Als weitere
Bearbeitungsmethode ist das Putsch Conductivity Writing (PCW) in
Erprobung.
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Peter Putsch präsentiert das neue PP-Compound und daraus
hergestellte Muster-MIDs auf dem Stand der der Fördergemeinschaft
Polykum e. V. auf der Fakuma in Halle A7 auf Stand 7214. Zur
Weiterentwicklung und Vermarktung dieser metallfreien MID-Technologie
hat er das Forschungsunternehmen pp-mid, Rathsberg, gegründet. Es
arbeitet in Verbundprojekten zur Verfahrensentwicklung und
Leitfähigkeitsforschung eng mit dem BLZ und der Universität
Erlangen-Nürnberg zusammen. Bei diesem Unternehmen können
Interessenten vorgefertigte Musterplatten sowie Mustergranulate
bestellen.
MIDs aus den neuen PP-Compounds eignen sich vor allem für die
Anwendung in der Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik, z. B. bei
Folientastaturen und Schaltern für kleinere elektrische Leistungen
sowie zum Potenzialausgleich und zur Abschirmung. Neben
Spritzgießtypen sind auch Compounds zur Folienherstellung in der
Entwicklung, ebenso Rezepturen für höhere Leitfähigkeit,
um beispielsweise bei Platinen und IC-Schaltkreisen Metalle
ablösen zu können.
Weitere Auskünfte:
Peter Putsch, pp-mid
Höhenweg 6, D-91080 Rathsberg
Tel.: +49(0) 91 31/97 71 41, Fax: +49(0) 91 31/97 85 14
E-Mail: peter.putsch@pp-mid.de
Internet: http://www.pp-mid.de