Durch den zunehmenden Einsatz von Kunststoff als Konstruktionswerkstoff
stellt sich die Problematik der Verbindung artungleicher Werkstoffe.
Für die Herstellung von Kunststoff-Metall-Hybridbauteilen sind
verschiedene Verfahren denkbar. Das am Fraunhofer-Institut für
Lasertechnik ILT entwickelte lasergestützte Fügeverfahren
LIFTEC® bietet eine effiziente Lösung.
Bei dem neu entwickelten und zum Patent angemeldeten Fügeverfahren
LIFTEC® wird ein Bauteil oder eine Teilkomponente durch den zu
fügenden Kunststoffpartner hindurch mit Laserstrahlung
erwärmt. Das Bauteil wird unter mechanischem Druck auf das
Kunststoffteil gedrückt, erwärmt und durch weiteren
mechanischen Druck in den Kunststoff gepresst. Bei Auswahl einer
geeigneten Bauteilgeometrie wird nach der Abkühlung eine feste,
formschlüssige Verbindung erzielt. Wesentliches Element des
Verfahrens ist ein Bauteil mit einer im Vergleich zum
Kunststoff-Fügepartner größeren Schmelztemperatur.
Für das temperaturfestere Material können neben Metallen und
Keramiken auch temperaturfeste Kunststoffe eingesetzt werden.
Ein weiterer Ansatz wird im Rahmen des Excellenzclusters der RWTH
Aachen »Integrative Produktionstechnik für
Hochlohnländer« verfolgt. Darin werden mehrere
Bestrahlungsmethoden neben der Auswahl der Werkstoffe, der Strahlquelle
und der Vorbehandlungsart untersucht. In einer ersten Versuchsreihe
wird der Einfluss der Strukturdichte auf den Fügeprozess bestimmt.
Dazu wird eine Oberflächenstrukturierung mit Punkt-, Linien- und
Kreuzmuster mittels Nd:YAG-Laserstrahlung in die Edelstahlproben
eingebracht.
Anschließend werden die strukturierten Proben mit den
transparenten Kunststoffproben im Kontur- oder
Quasi-simultanfügeprozess durch Diodenlaserstrahlung verbunden.
Die Ergebnisse zeigen vielversprechende Resultate mit guten
Festigkeitswerten.
Bild 1: Lasergefügte Hybridbauteile LIFTEC®Bild 2: Quasisimultanschweißen