Europas Unternehmen haben in den letzten Jahren eine Reihe von
Geschäftsvorteilen durch das systematische Management ihrer
Informationen erzielt, es gibt aber nach wie vor zwei wichtige
limitierende Faktoren: Die vorhandenen Technologien werden nicht
richtig genutzt, und das Ausmaß unstrukturierter Daten wird
unterschätzt. Dies sind Schlussfolgerungen aus einer Studie, die
Coleman Parkes im Auftrag von HP unter 1020 CIOs und
Geschäftsbereichsleitern in 16 europäischen Ländern und
Südafrika durchgeführt hat.
Befragt, wie das Management ihrer Geschäftsinformationen heute im
Vergleich zu 1998 funktioniert, äußerten sich die CIOs und
Geschäftsbereichsleiter positiv: Auf einer Skala von 1 (viel
schlechter) bis 10 (viel besser) ergab sich im Schnitt ein Wert von
7,4. Bezüglich der durch Informations-Management erzielten
Geschäftsvorteile nannten die deutschen Entscheider dabei teils
deutlich positivere Werte als ihre europäischen Kollegen. So gaben
beispielsweise jeweils über 90 Prozent der deutschen CIOs und
Geschäftsbereichsleiter an, dass sie durch ihr
Informations-Management die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit
und ihre Planung verbessern, die Compliance-Kosten reduzieren und
Wettbewerbsvorteile erzielen konnten. Im Gesamtdurchschnitt pendeln die
entsprechenden Werte zwischen 75 und 84 Prozent. (Hierbei wurden nur
diejenigen befragt, die den entsprechenden Geschäftsvorteil
grundsätzlich mit dem Thema Informations-Management verknüpft
hatten. Daher variiert die jeweilige Zahl der Antworten.)
Die größte Hürde bei der weiteren Verbesserung des
Informations-Managements ist die mangelhafte Nutzung der vorhandenen
Technologien. 65 Prozent der deutschen und 68 Prozent der
europäischen Entscheider bereitet es Probleme, die Anwender dazu
zu motivieren, die Möglichkeiten von
Business-Intelligence-Anwendungen, Kundendatenbanken oder
Archivierungslösungen voll auszuschöpfen. Mitarbeiter
deutscher Unternehmen nutzen im Schnitt nur 18,7 Prozent der ihnen zur
Verfügung stehenden Technologien für Informations-Management
(gesamt: 21,3 Prozent). Erst mit deutlichem Abstand folgen Hindernisse
wie Budgetallokation durch die Geschäftsleitung (D: 49 Prozent,
gesamt: 40 Prozent), schnelle Veränderung des
Applikations-Angebots (D: 46 Prozent, gesamt: 31 Prozent) und
Duplizierung von Daten (D: 45 Prozent, gesamt: 36 Prozent).
Überraschende Ergebnisse lieferte die Studie bei der Frage, wie
hoch die CIOs und Geschäftsbereichsleiter den Anteil der
unstrukturierten Daten einschätzen. Dabei handelt es sich um
Daten, die in Form von E-Mails, Ton- und Videodateien, Text- oder
Präsentationsdokumenten vorliegen und damit besondere
Anforderungen an die Speicherung und Auswertung stellen. Befragt,
welcher Anteil der Daten in ihrem Unternehmen in unstrukturierter Form
vorliegt, gaben die Entscheider im Schnitt einen Wert von 25 Prozent
an. In Deutschland lag der Anteil sogar nur bei 18,4 Prozent. In der
Regel geht man von einem deutlich höheren Anteil aus, in der
Vergangenheit haben Studien spezialisierter Analystenhäuser Werte
von 70 Prozent oder mehr unstrukturierten Daten ausgewiesen. Laut
Christian Kirschniak, Manager Business Intelligence Solutions bei HP
Software, ist diese Diskrepanz kennzeichnend für die
Informations-Management-Strategie europäischer und insbesondere
deutscher Unternehmen: „Hierzulande wird das Ausmaß und das
geschäftliche Potenzial der unstrukturierten Daten
unterschätzt“, so Kirschniak. „In E-Mails,
Textdokumenten und Präsentationen schlummern Informationen, die
Unternehmen viel besser als bisher zur Erzielung von
Wettbewerbsvorteilen nutzen könnten.“ So ließen sich
beispielsweise durch eine intelligente Verknüpfung von
E-Mail-Systemen und Kundendatenbanken wertvolle Informationen für
das Beschwerde-Management gewinnen. Laut Kirschniak wird es daher eine
Hauptaufgabe für das Informations-Management der nächsten
Jahre sein, die maschinelle Auswertbarkeit unstrukturierter Daten
Schritt für Schritt zu verbessern.
Zusammenfassung der Ergebnisse für Deutschland:Frage: Welche der von Ihnen genannten Vorteile eines verbesserten
Informations-Managements haben Sie erzielt? (Hierbei wurden nur
diejenigen befragt, die den entsprechenden Geschäftsvorteil
grundsätzlich mit dem Thema Informations-Management verknüpft
hatten. Daher variiert die jeweilige Zahl der Antworten.)
- Bessere Datengrundlage für die Planung: 95 Prozent (gesamt: 75 Prozent)
- Bessere abteilungsübergreifende Zusammenarbeit und weniger Doppelarbeit: 94 Prozent (gesamt: 84 Prozent)
- Bessere Segmentierung von Daten und dadurch bessere Verwendbarkeit: 94 Prozent (gesamt: 81 Prozent)
- Aufrechterhalten/verstärken von Wettbewerbsvorteilen: 93 Prozent (gesamt: 78 Prozent)
- Weniger
Aufwand/Kosten für das Finden von Informationen im Zusammenhang
mit Gerichtsfällen/Compliance: 93 Prozent (gesamt: 76 Prozent)
- Verrringerung
der Kosten für Forschung und Entwicklung durch bessere Verwendung
vorhandener Daten: 93 Prozent (gesamt: 76 Prozent)
Frage: Welche Haupthindernisse sehen Sie, wenn es darum geht, das Informations-Management in Ihrem Unternehmen zu verbessern?
- Die MitarbeiterInnen dazu motivieren, die Möglichkeiten
der vorhandenen Applikationen voll auszuschöpfen: 65 Prozent
(gesamt: 68 Prozent)
- Bewilligung von Investitionen in neue
Werkzeuge und Applikationen durch die Geschäftsleitung: 49 Prozent
(gesamt: 40 Prozent)
- Das Innovations-Tempo macht es schwierig
zu entscheiden, welches System eingeführt werden soll: 46 Prozent
(gesamt: 31 Prozent)
- Duplizierung vorhandener Daten: 45 Prozent (gesamt: 36 Prozent)
Frage: Welcher Anteil der Daten in Ihrem Unternehmen ist
unstrukturiert, das heißt: nicht ausreichend strukturiert, um
automatisch ausgewertet werden zu können? Beispiele sind Daten in
E-Mails, Video-Dateien und Word-Dokumenten.
- Im Durchschnitt schätzen deutsche CIOs und
Geschäftsbereichsleiter den Anteil unstrukturierter Daten auf 18,4
Prozent. Insgesamt wurde im Schnitt ein Wert von 24,9 Prozent angegeben.
- Gefragt,
wie hoch der Anteil der unstrukturierten Daten in drei Jahren sein
werde, ergab sich für Deutschland ein durchschnittlicher Wert von
12,1 Prozent (gesamt: 19,0 Prozent).