Mehr Produktivität in den Bearbeitungsprozessen steht in jedem
Pflichtenheft eines Maschinenbauingenieurs. Das Fraunhofer-Institut
für Werkstoff- und Strahltechnik IWS in Dresden integriert ein
Laser-Modul in die Werkzeugaufnahme einer Frässpindel. Das
fünfachsige, computergesteuerte Fräszentrum beherrscht jetzt
beides: Das dreidimensionale Auftragschweißen mit einem
1,5-Kilowatt-Diodenlaser und das Endbearbeiten der Bauteile mittels
5-Achs-Fräsen.
»Wir haben alle Verfahrensschritte auf der Basis einheitlicher
CAD- und NC-Daten verknüpft und in einer Maschine bei einer
Werkstückaufspannung realisiert«, erläutert Dr.-Ing.
Steffen Nowotny vom IWS in Dresden. Das 5-Achs-CNC-Fräszentrum
eignet sich für Reparaturarbeiten von Formeneinsätzen in der
Kunststoffproduktion oder für die Bearbeitung filigraner
Oberflächen und Funktionsschichten von metallischen Bauteilen.
Beschädigte Präzisionswerkzeuge wandern nicht in den
Müllcontainer, sondern zurück auf die Fräsbank und
werden dort für einen neuerlichen Einsatz mittels Laser und
Fräse aufgearbeitet – das ist kostengünstig und
verringert den Aufwand für den Werkzeugbau.
Die Laser-Fräskombination erlaubt auch die kosteneffiziente
Herstellung komplexer Formelemente und metallischer Bauteile direkt aus
einem 3-D-CAD-Modell. Der hohe Automatisierungsgrad und die
Multitasking-Fähigkeiten der Maschinenanlage sind beispielsweise
für das Instandsetzen von Triebwerken und im Automobilbau ein
großer Vorteil: »Die Software verkettet alle Teilprozesse.
Das erleichtert und beschleunigt die Maschinenprogrammierung«,
sagt Nowotny.
Bei der Komplettbearbeitung verbessern sich die Prozesse deutlich, da
die Maschinensteuerung den Laserkopf als gleichberechtigtes Werkzeug
neben der Frässpindel verwendet. Der schnelle und unkomplizierte
Wechsel zwischen fräsen und lasern erhöht die
Flexibilität der Werkzeugmaschine und bietet alle
Leistungsmerkmale für zeitsparendes Fertigen.