Nicht nur der Glühlampe droht in naher Zukunft das Aus,
sondern auch Quecksilberdampflampen, die derzeit rund ein Drittel der
bundesdeutschen Straßenlampen ausmachen, sollen voraussichtlich
ab dem Jahr 2015 kein CE-Zeichen mehr bekommen. Zudem wenden deutsche
Städte und Kommunen, einer Studie zufolge, jährlich mehr als
4 Milliarden Kilowattstunden Energie zur Beleuchtung von Straßen
und öffentlichen Plätzen auf. Dies entspricht etwa 2,5
Millionen Tonnen CO2. Da ist es sinnvoll über energiesparende,
alternative Beleuchtungssysteme nachzudenken.
In Düsseldorf startete bereits Ende 2007 ein deutschlandweit
erstes Pilotprojekt mit LED-Straßenleuchten. Aber auch
andernorts arbeitet man momentan an Konzepten für energiesparende
LED-Straßenlampen. Ein Beispiel ist die von der Brandenburgischen
Firma Autev AG in Kooperation mit der Sachsen-Anhaltischen
Forschungseinrichtung HarzOptics entwickelte Straßenleuchte
AuLED. Ziel der Forscher ist es, mit der AuLED eine
LED-Straßenleuchte auf den Markt zu bringen, die die
gegenwärtig gängigen Straßenlampen an Energieeffizienz
übertrifft.
Die AuLED LED-Straßenlampen verbrauchen, nach Angaben der
Forscher, im Vergleich zu einer guten Natriumdampf-Lampe bereits ohne
Dimmung 42 % weniger Energie. Mit Dimmung ließen sich sogar mehr
als 57 % an Energie einsparen. Dabei kann die AuLED
LED-Straßenleuchte auch von ihrer maximalen Leistung her, die
zwischen 100 und 110 Lumen pro Watt liegt, durchaus mit einer
Natriumdampf-Lampe konkurrieren. Und auch bezüglich der
Lichtstärke, die sich zwischen 10 und 20 Lux bewegt, steht die mit
72 LEDs ausgestattete Leuchte gegenüber einer konventionellen
Straßenlampe in keiner Weise zurück. Im Hinblick auf den
Farbwiedergabeindex, mit dem der Einfluss einer Lichtquelle auf die
Farbwirkung von Objekten beschrieben werden kann, übertrifft die
AuLED sogar eine Natriumdampf-Lampe. Während diese lediglich 30 %
erreicht, liegt der Index der AuLED bei etwa 75 %.
Zusätzlich wollen die Wissenschaftler mit ihrem Konzept auch
höchsten ökologischen Anforderungen gerecht werden. So soll
die AuLED außerdem zu einer Verringerung des Lichtsmogs
beitragen, der beispielsweise dazu führen kann, dass einige
Insektenarten aussterben könnten. Eine Eindämmung des
Lichtsmogs lässt sich, so die Forscher, vor allem dadurch
erzielen, dass man Licht sinnvoll fokussiert und die Lampen weder nach
oben noch in die Horizontale abstrahlen.
Beiden Anforderungen genügt die AuLED durch ihre Konstruktion. Die
LEDs sind auf drei Flächen aufgebracht, von denen lediglich die
mittlere fixiert ist. Die beiden äußeren Flächen
hingegen sind beweglich. Dadurch lassen sich die
Abstrahlcharakteristika für jede Lampe individuell einstellen.
Auch ist es möglich, die Lampen in Abhängigkeit von
Masthöhe und -abstand so zu konfigurieren, dass sich die
Lichtkegel nicht mehr überschneiden und auch die Abstrahlung in
die Horizontale und nach oben kann vollständig unterbunden werden.
Bei Bedarf kann jede der drei Flächen der AuLED deaktiviert
werden, wodurch eine zielgerichtetere und energieeffizinetere
Beleuchtung möglich ist. Darüber hinaus sind auf den LEDs
spezielle Optiken aufgebracht, durch die eine zusätzliche
Fokussierung des Lichtes erzielt werden kann. Einen weiteren Baustein
der Lichtsmog-Eindämmungsstrategie bildet die intelligente Dimmung
der Lampen per PowerLineCommunication.
Was die Markteinführung der AuLED anbelangt, so sind die
Produktionskapazitäten bereits geschaffen. Lediglich eine
TÜV-Zulassung steht noch aus. Die Produktion soll voraussichtlich
noch Ende dieses Jahres starten.
AuLED
Foto: Anette Weingärtner.