Transport und Energie sind Wachstumsbranchen. Zur Bearbeitung von
Windkraftanlagen, Pipelines und sicheren Transportbehältern bedarf
es Fügeverfahren, mit denen große und dickwandige Bauteile
mit kurzen Produktionszeiten bearbeitet werden können. Die
Kombination der Werkzeuge Laser und Lichtbogen zu einem gemeinsamen
Schweißverfahren bietet wirtschaftliche Vorteile. Die Entwicklung
brillanter Laser im Multikilowattbereich lässt zukünftig den
Einsatz der hybriden Laser-Lichtbogenverfahren bei größeren
Blechstärken erwarten. | |
| | |
Aufbau für Laser-Hybridschweißversuche mit einem 20-kW-Faserlaser im Laserlabor der BAM Foto: BAM. | |
Im Schiffbau wird der CO2-Laser bereits seit langem eingesetzt, um
flache Dickbleche miteinander zu verbinden. Aufgrund der für den
Laser typischen Schmelzbäder geringer Ausdehnung können nur
geringe Trennspalte gefügt werden. Das Schweißen von
geformten Bauteilen wie z. B. Pipeline-Segmenten erfordert jedoch neue
Freiheitsgrade des Prozesses.
Um Lasermaterialbearbeitung vorzustellen und zu diskutieren,
veranstaltete die BAM Bundesanstalt für Materialforschung
und -prüfung gemeinsam mit dem Laserverbund Berlin-Brandenburg
e.V. am 25. November 2008 in der BAM einen Workshop zum Thema "Laser
für die Makromaterialbearbeitung". Klar wurde die Tendenz: die
Kombination von Laser und Lichtbogen zu einem gemeinsamen
Schweißverfahren bringt Vorteile.
Durch Beifügen von flüssigem Zusatzmaterial kann
außerdem der Lichtbogen als idealer Partner für den Laser
zum Schweißen größerer Spalte eingesetzt werden. Die
hohe Schweißgeschwindigkeit des Lasers kann beibehalten werden.
Mit der Entwicklung neuer brillanter Laser im Multikilowattbereich wird
zukünftig der Einsatz der hybriden Laser-Lichtbogenverfahren bei
größeren Blechstärken möglich. Mit
fasergeführten Lasern wird beim Hybridschweißen eine
umfassendere Flexibilität erreicht. So ist ein Eintauchen in ein
dreidimensionales Bauteil durch robotergeführte
Bearbeitungsköpfe Stand der Technik. Die Wachstumsbranchen
Transport und Energie sind Märkte der hierfür benötigten
Hochleistungslaser. Gerade zum Bau von Windkraftanlagen und Pipelines
werden Fügeverfahren benötigt, mit denen große
Bauteile bearbeitet werden können und die gleichzeitig
wirtschaftlich kurze Produktionszeiten gewährleisten.
Die technischen Eigenschaften der produzierten Bauteile lassen sich
durch angepasste Parameter des Hybridprozesses in physikalischen
Grenzen nach Belieben einstellen, wobei Stahlwerkstoffe bis hin zur
höheren Festigkeit schweißbar sind. Somit werden z.B.
im Nutzfahrzeugbau gewichtsoptimierte Schweißkonstruktionen
möglich, die eine Erhöhung der Zuladung zulassen, ohne die
erlaubten Achslasten zu überschreiten. In enger Kooperation mit
der Industrie und Universitäten werden zahlreiche geförderte
Forschungsarbeiten zur Weiterentwicklung von Laserstrahl- und
Hybridschweißverfahren durchgeführt. So werden
beispielsweise in der Fachgruppe V.5 Sicherheit gefügter Bauteile
der BAM Laserstrahl- und Hybridschweißverfahren im Bezug auf
Sicherheit der geschweißten Verbindungen geprüft und
weiterentwickelt, um Zusammenhänge zwischen dem Prozess, der
Konstruktion und dem Werkstoffverhalten zu erkennen und Strategien zur
Herstellung qualitätsgerechter Schweißungen entwickeln zu
können.
In diesem Zusammenhang wird ein 20-kW-Faserlaser und zukünftig ein
16-kW-Scheibenlaser zur Qualifizierung von Laserstrahl-
Hybridschweißverfahren im Dickblechbereich bis ca. 20 mm
eingesetzt. Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet zielen vor allem auf
Anwendungen im Pipeline-Bau oder im Schiffbau ab. Die
Schweißeignung hoch- und niedriglegierter Stähle sowie
Titan- und Nickelbasislegierungen wird geprüft und Mechanismen der
Heißrissentstehung beim Laserstrahl- und Hybridschweißen
untersucht. Diese eigenen Forschungsarbeiten der BAM und die
Kooperation mit anderen kompetenten Forschungsinstituten sind die Basis
für die mögliche sicherheitstechnische Bewertung.