An sich liegt es auf der Hand, dass es für ein
High-Tech-Unternehmen nicht genügen kann, wenn seine Mitarbeiter insbesondere
in der Entwicklung lediglich eine vor 10, 20 oder mehr Jahren erfahrene
technische Ausbildung haben. Schließlich schreitet die technische Entwicklung
sehr rasch voran, und kreatives wie auch effizientes Arbeiten sind weniger eine
Frage des Zufalls als die Folge von regelmäßiger Beschäftigung mit neuen
Entwicklungen. Natürlich findet auch „learning on the job“ statt, aber Hand
auf’s Herz: Genügt das wirklich, um einen umfassend aktuellen Wissensstand zu
behalten und regelmäßig Anregungen für neue technische Ansätze zu erhalten? Dies
dürfte eher selten der Fall sein. Und ein engagierter Mitarbeiter wird nicht
viele Jahre in einer Firma verbringen wollen, welche ihm nicht regelmäßig die
Gelegenheit bietet, sein Wissen und Können auf verschiedene Arten weiter zu
entwickeln.
Im Prinzip gibt es verschiedenste Möglichkeiten –
beispielsweise den einfachen Zugang zu aktueller technischer und wissenschaftlicher
Literatur im Hause zu verschaffen. Jedoch geraten solche zwar wichtigen, aber oft
nicht dringenden Lesetätigkeiten im Alltag leicht ins Hintertreffen, zumal sie
nicht die Vorzüge der Diskussion nutzen. Mehr Wirkung zeigen meist Aktivitäten,
für die besondere Zeiten vorgesehen sind, wie z. B. die Durchführung einer
Schulung. Halb- oder ganztägige Kurse im Umfeld von Messen und Konferenzen, die
man oft ohnehin besucht, sind hierfür gut geeignet, wenn passende Themen
angeboten werden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, einen ausgewiesenen
Experten für eine auf die Bedürfnisse zugeschnittene Schulung in die Firma zu
holen, um einem ganzen Team gesammelt eine gezielte Weiterbildung zu
ermöglichen. Anders als bei öffentlich ausgeschriebenen Veranstaltungen erlaubt
dies auch, sensitive Dinge wie etwa geplante Entwicklungen offen zu
diskutieren. Der moderate Aufwand dafür amortisiert sich oft in kürzester Zeit.
Nicht zu unterschätzen ist auch der Einfluss auf die
Motivation des Teams. Eine Schulung kann eine sehr interessante Abwechslung
sein und gibt gleichzeitig den Teilnehmern das Gefühl, ernst genommen und
gefordert zu werden. Eine angeregte Diskussion in der Gruppe stärkt auch das
Interesse und die Bereitschaft für besonderen Einsatz und effektive
Zusammenarbeit – sicher weit mehr, als es das schönste Weihnachtsessen je
könnte. Viele Mitarbeiter dürften gerne bereit sein, für eine solche Schulung
auch mal einen Samstag einzuplanen.
Das könnte also ein besonders guter Vorsatz für ein
erfolgreiches Jahr 2009 werden: die Bedürfnisse für eine effiziente
Weiterbildung im Team zu diskutieren und entsprechende Aktivitäten zu
organisieren.
Autor Dr. Rüdiger Paschotta,
RP
Photonics Consulting GmbH
Internet:
http://www.rp-photonics.com