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| Prof. Dr. Andreas Tünnermann, Leiter des
Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik Jena |
In der
Beleuchtungstechnik steckt ein gigantisches Sparpotenzial verbunden mit einem
signifikanten Beitrag zur Schonung der Umwelt. „Der Technologiesprung hat
begonnen“, erklärt Prof. Dr. Andreas Tünnermann, Leiter des
Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik Jena, „wir müssen
sofort umschalten.“
Wie lässt sich der aktuelle Zustand der
Beleuchtungstechnik beschreiben?
Tünnermann: Für
Beleuchtung werden weltweit 19 Prozent des Strombedarfs aufgewendet. Damit wird
ein signifikanter Anteil des Primärenergiebedarfs für Beleuchtungszwecke
eingesetzt. Durch innovative Verfahren ist es seit Erfindung der Glühbirne
gelungen, die Energieeffizienz in der Beleuchtung deutlich zu erhöhen.
Was kann man gegen die Stromverschwendung
tun?
Tünnermann:
Veraltete Beleuchtung verschlingt Millionen Euro. Eine Umrüstung der Lampen auf
moderne Technik könnte der öffentlichen Hand viel Geld sparen. Den ersten
Schritt haben Kommunen und Gewerbe bereits getan, wenn sie auf
Energiesparlampen umgestellt haben. Allerdings ist die Hoffnung berechtigt,
noch wesentlich mehr zu erreichen.
Warum ist der Griff zur Energiesparlampe
nicht ausreichend?
Tünnermann: Die
Pilotanwendungen neuer Lichtquellen zeigen, dass wesentlich mehr erreicht
werden kann. Schon die Herstellung der Energiesparlampe entspricht nicht dem
heutigen Stand der Technik. Sie hat einen hohen Quecksilberanteil und ist
deshalb in einigen Ländern sogar verboten. Zudem verspricht die moderne
Technik, den Wirkungsgrad auf deutlich über 50 Prozent zu erhöhen. Dann kann
die Hälfte der Energieaufwendungen bei der Beleuchtung gespart werden.
Wie sieht das Beleuchtungsmittel künftig aus? Tünnermann: In
den nächsten Jahren wird sich ein signifikanter Wandel in der
Beleuchtungstechnik vollziehen. Den Weg dafür hat die Lasertechnik gebahnt.
Speziell der Erfolg der Diodenlaser war entscheidend, um die Stufe von der
Röhrentechnologie hin zu den Halbleiterbauelementen in Verbindung mit dem Weg
in die Mikroelektronik zu nehmen. Auf diesen Erfahrungen lässt sich gut
aufbauen, um in der Beleuchtungstechnik den Wandel zu festkörperbasierenden
Lichtquellen zu schaffen. Als Lichtquellen der Zukunft sind Licht emittierende
Dioden (LED) und organische Leuchtdioden (OLED) zu erkennen.
Welche Bedeutung hat dieser
Technologiesprung?
Tünnermann:Schon
die Ansprüche an mehr Individualität werden den Einsatz der
neuen Beleuchtung
fördern. Die Chance bietet sich zudem, eine höhere Effizienz
zu erzielen und
Kostenvorteile auf die allgemeine Beleuchtungstechnik zu
übertragen. Wir müssen
sofort umschalten. Derzeit verursacht der Betrieb der 50 Millionen
veralteten
Straßenlampen in der EU Kosten in Höhe von fünf
Milliarden Euro. Wenn wir heute
auf moderne Technik umstellen, verspricht dieser Schritt bereits eine
Einsparung in Höhe von 1,7 Milliarden Euro. Hinzu kommt ein
weiterer Nutzen.
Die Natur profitiert ebenfalls davon. So lassen sich durch den
geringeren Stromverbrauch jährlich 3,8 Millionen Tonnen
Ausstoß von Kohlendioxid vermeiden. Das ist ein signifikanter
Beitrag zur
Schonung der Umwelt.
Wir danken für das Interview.
Die Fragen an den Experten für
Beleuchtungstechnik stellte Georg Dlugosch.
| World of Photonics Congress APPLICATION PANELS 16. Juni 2009, 13.00 - 17.00 Uhr Halle B2 |
Novel developments in solid state laser
technology
Chairmen: Prof. Dr. Andreas Tünnermann, Fraunhofer
Institute for Appliled Optics and Precision Engineering, Dr. Friedrich Bachmann,
Rofin-Sinar Laser GmbH Lecture language: English
Solid-state lasers
are attractive sources of coherent radiation for various scientific and
industrial applications, leading to a substantial growth in photonics industry.
The different fields of applications increasingly demand more powerful,
efficient, and rugged lasers with higher beam quality. Hence, at present a new
generation of laser systems with improved parameters has begun to dominate the
market. Thin disc and fiber lasers have now entered the regime of multi-kilowatt
of average output with almost diffraction limited beam quality. The primary
goal of this workshop is to provide an update on new developments in advanced
solid-state lasers and concepts for ultra-compact low cost laser sources. |