Mit der Planung legen Sie die Basis für die gesamte
Abwicklung des Projektes fest –daher ist diese Phase ein Herzstück des
Projektmanagements. Passen Sie Ihren Planungsaufwand dem Projekt an. Ein
komplexes Projekt mit hohem Neuigkeitsgrad wird mehr Planungsaufwand erfordern
als ein einfaches Projekt, zumal wenn Sie darüber aus ähnlichen
Vorgängerprojekten schon Erfahrungen gesammelt haben. Für
den wichtigen Teil der Terminplanung gibt es 3 unterschiedliche Methoden: die Vorgangsliste, das
Balkendiagramm und die Netzplantechnik.
Methode 1: Vorgangsliste Die
Vorgangsliste erfordert den geringsten Aufwand und eignet sich für einfache,
überschaubare Projekte. In dem Beispiel hat Herr Schneider für die
Terminplanung die voraussichtliche Dauer der einzelnen Arbeitspakte (oder
Vorgänge, wie sie auch genannt werden) geschätzt. Für jeden Vorgang hat er auch
ermittelt, welche anderen Vorgänge vorausgehen (Vorgänger) und welche
nachfolgen müssen (Nachfolger). Daraus erstellt er folgende Vorgangsliste, in
der jedes Arbeitspaket anhand einer eindeutigen AP-Nummer identifiziert wird:
Praxis-Tipp: Die
Schätzung der Dauer ist gerade bei Aufgaben mit hohem Neuigkeitsgrad sehr
schwierig.
Orientieren Sie sich an diesen Schätzregeln:
- Gehen Sie von normalen Bedingungen aus.
- Schätzen Sie für jedes einzelne Arbeitspaket.
- Lassen Sie sich nicht von Terminvorgaben unter Druck setzen.
- Beziehen Sie alle Aufgaben ein.
- Holen Sie bei Unsicherheit den Rat von Experten ein oder schätzen Sie gemeinsam im Team.
- Planen Sie Pufferzeiten für unvorhergesehene Schwierigkeiten ein.
Methode 2: Balkendiagramm Für Projekte mit wenigen Vorgängen reicht das Balkendiagramm für die
Terminplanung völlig aus. Der Vorteil dieser Art der Darstellung gegenüber der
einfachen Vorgangsliste ist eine erhöhte Übersichtlichkeit.Für das Projekt
„Steuerungsgerät für Firma Hebetechnik GmbH“ sieht die Terminplanung als
Balkendiagramm so aus:

Die horizontale Richtung stellt den Zeitablauf dar, jeder Balken
repräsentiert ein Arbeitspaket. Da hier die Abhängigkeit der Vorgänge durch
Pfeile gekennzeichnet wurde, nennt man diese Form auch „vernetztes
Balkendiagramm“.
Es ermöglicht einen klaren Überblick über die zeitliche Gesamtstruktur
einschließlich eventueller Pufferzeiten. Im Zweig AP2 und AP4 ergibt sich im
Beispiel eine Pufferzeit von 6 Tagen, da der Abschluss von AP5 abgewartet
werden muss. Selbst wenn sich also in der Durchführung von AP2 oder AP4
Verzögerungen (von maximal 6 Tagen) ergeben sollten, wäre der geplante
Projektendtermin nicht gefährdet
Methode 3: Netzplantechnik Für komplexere Projekte mit einer größeren Zahl an Arbeitspaketen (oder
Vorgängen) wird die Netzplantechnik eingesetzt. Die einzelnen Vorgänge werden
dabei als Kästen dargestellt (in der Fachsprache auch als Knoten bezeichnet)
und mit den Terminangaben versehen.

Die Terminplanung für das Projekt „Steuerungsgerät für Firma Hebetechnik
GmbH“ sieht in der Netzplandarstellung folgendermaßen aus:

Die fett markierten Verbindungslinien zwischen den Knoten zeigen an,
dass es sich hier um den so genannten „kritischen Pfad handelt. „Kritisch“
deshalb, weil Verzögerungen auf diesem Pfad den geplanten Projektendtermin
gefährden. AP2 und AP4 dagegen haben einen gemeinsamen Puffer von 6 Tagen.
Quelle
DIV Deutscher Ingenieur Verlag
http://www.ingenieur-verlag.de