
Für seine grundlegenden Beiträge zur Optomechanik erhält
Prof. Tobias Kippenberg, Leiter der Nachwuchsgruppe "Laboratory of
Photonics and Quantum Measurements" am Max-Planck-Institut für
Quantenoptik (MPQ) in Garching, und Tenure Track Assistant Professor an
der ETH-Lausanne, von der European Physical Society (EPS) den
Fresnel-Preis in der Rubrik Grundlagenforschung.
Diese mit 3000 Euro dotierte Auszeichnung wird alle zwei Jahre von der
"Quantum Electronics and Optics Division" der EPS verliehen. Der
Fresnel-Preis für Tobias Kippenberg sowie die anderen
diesjährigen EPS-Auszeichnungen werden am 16. Juni 2009 bei einer
feierlichen Veranstaltung im Rahmen der CLEO-Konferenz (Conference on
Lasers and Electro-Optics) übergeben, die während der "World
of Photonics" Messe in München statt findet.
Tobias Kippenberg wurde 1976 in Berlin geboren. Als Stipendiat der
Studienstiftung des Deutschen Volkes studierte er Physik zunächst
an der Technischen Universität Aachen. 1999 wechselte er zum
Caltech (California Institute of Technology, Pasadena, USA), an dem er
insgesamt sechs Jahre lang forschte und 2004 promovierte. Ende 2005 kam
er nach Deutschland zurück und gründete am MPQ in der
Abteilung von Prof. Theodor W. Hänsch die selbständige
Max-Planck-Nachwuchsgruppe "Laboratory of Photonics and Quantum
Measurements". Vor kurzem habilitierte er am Lehrstuhl von Prof.
Hänsch an der Ludwig Maximilians-Universität im Fachgebiet
Experimentalphysik mit Arbeiten zum Thema Optomechanik. Im September
2007 erhielt er einen Ruf als Tenure Track Assistenz-Professor an der
Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) in der
Schweiz.
Zu seinen - hier mit dem Fresnel-Preis ausgezeichneten -
Forschungsschwerpunkten zählt die Erforschung der Optomechanik mit
Mikroresonatoren und deren Anwendung in der Metrologie. Dabei geht es
unter anderem darum, fundamentale Vorhersagen der "Quantum Measurement
Theory" zu beobachten. So sind z.B. der Längenmessung mit einem
klassischen Instrument, etwa einem Interferometer, durch die
Quantenmechanik klare Grenzen in der Empfindlichkeit gesetzt. In diesem
Zusammenhang entwickelte Tobias Kippenberg gemeinsam mit seinem Team -
dem Wissenschaftler Dr. Olivier Arcizet sowie den Doktoran-den Albert
Schließer, Georg Anetsberger, Rémi Rivière und Jens
Dobrindt - optomechanische Schwingungssysteme mit extrem geringer
Dämpfung, die erstmals eine Beobachtung dieser Vorhersagen an
"greifbaren" Objekten ermöglichen könnten: die
Wissenschaftler verwenden auf Silizium-Chips gefertigte
torusförmige Glas-Resonatoren, die einen Durchmesser von rund 100
Mikrometer haben.
An diesen Systemen lässt sich schon seit geraumer Zeit eine
Vielzahl von optomechanischen Phänomenen beobachten. So konnte das
Team erstmalig im Jahr 2006 nachweisen, dass der Lichtdruck, den
Photonen ausüben, für die Kühlung mechanischer Systeme
genutzt werden kann. Dieses neuartige Verfahren, das der für
einzelne Quantenteilchen entwickelten Laser-kühlung entspricht,
könnte es erlauben, den ultimativen Quantengrundzustand eines
Objektes zu erreichen, in dem seine Bewegungsenergie auf das
quantenmechanische Mindestmaß reduziert ist. Wie neueste
Messungen zeigen, schaffen die Wissenschaftler es damit bereits, das
optomechanische Schwingungssystem auf das ca. Sechzigfache der
Quantengrundzu-standsenergie abzukühlen. Diese optomechanischen
Experimente dienen zwar der Grundla-genforschung, können aber
durchaus auch für Anwendungen interessant sein. Denn die dabei
entwickelten Methoden wie z. B. die Kühlung können technische
Verfahren wie die Raster-Kraft-Mikroskopie verbessern.
Ein anderer Forschungsschwerpunkt von Tobias Kippenberg ist die
Anwendung von Mikroresonatoren in der Metrologie zur
Frequenzkamm-Erzeugung. Für diese Arbeiten erhielt er erst vor
kurzem gemeinsam mit Dr. Ronald Holzwarth und dem Doktoranden Pascal
Del`Haye den Helmholtz-Preis der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt
(siehe auch MPQ-Pressemitteilung vom 9. April 2009). Im Dezember 2007
bekam Prof. Kippenberg das "Starting Grant" für
Nachwuchswissenschaftler des European Research Councils ERC. Doch schon
als junger Student, im Jahr 1996, gewann er nicht nur den
Bundeswettbewerb "Jugend forscht"-Preis für Physik, sondern auch
den 1. Preis im europaweiten Wettbewerb junger Naturwissenschaftler im
finnischen Helsinki.
| Mehr Informationen |
Prof. Dr. Tobias Kippenberg Max-Planck-Institut für Quantenoptik, Hans-Kopfermann-Straße 1 85748 Garching Telefon: +49 - 89 / 32905 727 Fax: +49 - 89 / 32905 200 E-Mail: tobias.kippenberg@mpq.mpg.de http://www.mpq.mpg.de/k-lab |