
FSGW Universität Stuttgart Halle C1, Stand 263
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Beim Schweißen mit Laserstrahlen können
Unregelmäßigkeiten und Fehler in den
Schweißnähten auftreten, die das Bearbeitungsergebnis
negativ beeinflussen. Die Forschungsgesellschaft für
Strahlwerkzeuge (FSGW), eine gemeinnützige Gesellschaft des
Instituts für Strahlwerkzeuge der Universität Stuttgart,
stellt nun anlässlich der Messe "Laser World of Photonics 2009"
vom 15. bis 18. Juni in München ein neues Verfahren vor, das es
erlaubt, Laserschweißprozesse mit Hilfe einer sehr schnell
arbeitenden Kamera zu regeln.
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Laserschweißprozess mit einem Prototyp des Regelsystems. Unten
ist der Schweißprozess zu sehen, darüber die Bearbeitungsoptik sowie
links daneben das Objektiv und die Kamera mit integriertem Regelsystem. (Foto: FGSW) |
Das an der FSGW entwickelte Regelsystem trägt dazu bei, die
Qualität und die Produktionsgeschwindigkeit in vielen Branchen,
zum Beispiel der Automobilindustrie und dem Maschinenbau, zu steigern
und gleichzeitig Nacharbeiten oder Ausschuss zu vermeiden. Zudem
können Probleme beim Schweißprozess, wie etwa aufgrund von
Stärkenunterschieden in den zu bearbeitenden Blechen oder wegen
Geschwindigkeitsschwankungen, leichter gemeistert werden.
Die Dosierung der Laserleistung beim Laserschweißen ist eine
heikle Angelegenheit: Ist sie zu hoch, bilden sich Löcher in der
Naht, bei zu niedriger Leistung dagegen verbinden sich unter
Umständen die Bleche nicht. Um solche Fehler zu vermeiden, muss
die Laserleistung exakt auf die spezielle Schweißaufgabe
eingestellt sein. Dies ist jedoch nur möglich, wenn die
Gegebenheiten während des Schweißprozesses auch über
lange Zeiträume konstant bleiben. Hierzu muss beispielsweise mit
viel Aufwand sichergestellt werden, dass es nicht zu einer
Leistungsminderung durch Schweißrauch oder verschmutzende Optiken
kommt. Außerdem darf die Materialstärke des zu
schweißenden Materials keine all zu große Toleranz
aufweisen.
Um die Qualität und Produktivität von laserbasierten
Schweißprozessen weiter steigern zu können, ist deshalb eine
Überwachung und Regelung erforderlich. Aufgrund der komplexen und
hochdynamischen Prozesse muss eine solche Regelung eine sehr schnelle
Bildaufnahme und Bildverarbeitung beinhalten. In einem gemeinsamen
Forschungsprojekt*) mit dem Fraunhofer Institut für Physikalische
Messtechnik und der Forschungsgesellschaft für Strahlwerkzeuge
gelang es den Wissenschaftlern erstmals, ein Regelsystem zu entwickeln,
das die Laserleistung bedarfsgerecht für eine optimale
Durchschweißung anpasst. Hierfür wird die Größe
des Durchschweißloches überwacht und die Laserleistung
entsprechend erhöht oder reduziert.
Das Regelsystem basiert auf einer Spezialkamera, mit der es
möglich ist, genau definierte Bildmerkmale mit einer
Geschwindigkeit von über 10.000 Bildern pro Sekunde aufzunehmen
und auszuwerten. Diese CNN-Kamera bildet mit ihren intelligenten Pixeln
ein sogenanntes "Cellular Neural Network", das aus über 25.000
winzigen Prozessoren besteht. Mit dieser Technologie können die
Bilder über zehnmal schneller verarbeitet werden als bei
konventionellen Systemen. Dabei ist das gesamte Regelsystem nicht
größer eine Schuhschachtel. Und auch die Investitionskosten
und der Strombedarf liegen deutlich unterhalb dessen, was für
konventionelle Systeme veranschlagt werden muss.
| Mehr Informationen |
Felix Abt, Forschungsgesellschaft für Strahlwerkzeuge (FGSW) Tel. 0711/351451-30, E-mail: felix.abt@fgsw.de |