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KARRIERE TIPPS
Rhetorik
Die 3 rhetorischen Todsünden

Für die einen war er der „Heilige Franz Josef“, für die anderen ein gefährlicher Brachialpolitiker. In einem sind sich aber alle einig: Franz Josef Strauß war ein brillanter Redner! Jedoch nicht ohne gravierende Fehler. 
  1. Sich provozieren lassen
    Wenn Strauß sich persönlich angegriffen fühlte, verlor er die Kontrolle über sich. Dann spie er Gift und Galle. Strauß bei einer Wahlkampfrede in den sechziger Jahren: "Ach haltens doch den Mund, Sie Trottel. Ich sehe Sie schon seit längerer Zeit. Wenn Sie schon kein Hirn haben, dann halten Sie wenigstens das Maul. Dieses dämliche Gequatsche eines politisierenden Beatles, Sie Filzkopf!" Den Journalisten Bert Engelmann beschimpfte er als „Ratte“ und „Schmeißfliege“.
  2. Polemisieren und beleidigen
    Nichts gegen einen scharfen Meinungsstreit, sofern bestimmte Regeln eingehalten werden. Eine dieser Regeln heißt: “Hart in der Sache, fair zum Gegner.“ Davon hielt Strauß wenig. Er war wohl der Meinung: Wenn ich andere klein mache, bin ich selber groß. Das stimmt überhaupt nicht. Das Gegenteil ist der Fall: Wer andere groß macht, wächst mit.
  3. Polarisieren statt integrieren
    Gute Redner helfen der anderen Seite, ihr Gesicht zu wahren. Sie zeigen Verständnis, betonen Gemeinsamkeiten, hören zu. „Mit einer geballten Faust kann man keinen Händedruck wechseln.“ Das wusste Indira Gandhi schon. Strauß jedoch betonte die Gegensätze, machte das Trennende noch deutlicher. Dadurch spaltete er die Zuhörer. Die einen jubelten ihm zu, die anderen hassten ihn. Sein erklärtes Lebensziel, Bundeskanzler zu werden, hat er dadurch nicht erreicht. 

Autor
Gerhard Reichel
Institut für Rhetorik,
Goethestraße 1,
91301 Forchheim,
Tel.: 09191/89501,
Email reichel.seminare@t-online.de
http://www.gerhardreichel.de
 


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 News - 19.06.2013
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