Wenn Sie unpopuläre Maßnahmen durchsetzen möchten, ist
nicht immer der Hinweis auf die Rechtslage gefragt. Mit einer Mischung
aus Druck und Überzeugung gelangen Sie oft besser ans Ziel. So
gehen Sie richtig vor:
1. Die positiven Seiten der Maßnahmen darlegenWenn Sie Maßnahmen als vorteilhaft für die Mitarbeiter
darstellen, dann schwächen Sie den Widerstand schon im Vorfeld
entscheidend. So können Sie bei einer Versetzung die
Tätigkeitsbeschreibung so gestalten, dass der Mitarbeiter sich
aufgewertet fühlt. Je offensichtlicher der Nutzen Ihrer
Maßnahmen ist, desto schwieriger
wird es für einzelne Mitarbeiter, sich dagegenzustellen. Sprechen
Sie nicht nur über den Vorteil für das Unternehmen,
sonst kommt
schnell der Verdacht auf, dass dieser auf dem Rücken der
Mitarbeiter
erreicht werden soll.
2. Frühe Einbindung der BetroffenenWerden Aufgaben neu verteilt, können Sie durch eine frühe
Beteiligung der betroffenen Mitarbeiter für eine bessere
Akzeptanz sorgen.
3. Gemeinsamkeiten deutlich machenManchmal haben Sie selbst keinen Einfluss auf Entscheidungen,
müssen aber (z. B. bei Anweisungen der Geschäftsführung)
die Maßnahmen durchführen und vertreten. In diesem Fall
sollten Sie die Situation transparent machen und verdeutlichen, dass
Sie mit Ihren Mitarbeitern „in einem Boot“ sitzen.
4. Genaue Analyse der SituationNur wenn Sie die betroffenen Mitarbeiter und deren Einstellungen genau
kennen, können Sie deren mögliche negative Reaktionen
einschätzen und abfedern. Was Ihnen selbst nämlich
völlig klar ist, kann in den Augen Ihrer Mitarbeiter abwegig und
ungerecht erscheinen. Betrachten Sie deshalb die von Ihnen
beabsichtigten Maßnahmen einmal aus dem Blickwinkel der
betroffenen Mitarbeiter. So ist von einem Mitarbeiter, der gerade erst
vor 1 Jahr versetzt wurde, gegen eine erneute Versetzung vermutlich
Widerstand zu erwarten.
5. Querulanten isolierenBei manchen Mitarbeitern ist jede Überzeugungsarbeit verlorene
Liebesmüh: Sie werden einfach aus Prinzip dagegen sein. Solche
Querulanten sollten Sie systematisch isolieren. Bringen Sie in
Einzelgesprächen die Meinungsführer Ihres Teams hinter sich
und diskutieren Sie dann das Thema bei einer Teambesprechung. Nennen
Sie die von Ihnen getroffenen Maßnahmen und bitten Sie
zunächst jene Mitarbeiter, deren Zustimmung Sie sich sicher
sind, um ihre Meinung. Kommen konstruktive Vorschläge, nehmen Sie
diese positiv auf und bedanken Sie sich dafür. In vielen
Fällen entsteht auf diese Weise ein Gruppendruck, der auch
notorische Querschläger zum Schweigen bringt.
Tipp: Es mindert Ihr Ansehen und Ihre Führungskompetenz ungemein,
wenn Sie Maßnahmen zwar verkünden, dann aber nicht
durchsetzen können. Je unsicherer Sie sind, desto eher
sollten Sie Maßnahmen im Einvernehmen mit Ihren Mitarbeitern
durchführen.