Das Fraunhofer FEP präsentiert jetzt neue
Dünnschicht-Prozesse, die die Produktionskosten von Solarzellen
drastisch senken könnten. Die Dünnschicht-Photovoltaik bietet
großes Potential, PV-Module günstiger zu produzieren und
verfügbare Ressourcen effizient zu nutzen. Auf der
europäischen Photovoltaik-Ausstellung PVSEC 2011 (Photovoltaic
Solar Energy Conference and Exhibition) vom 5. bis 8. September in
Hamburg präsentiert das Fraunhofer-Institut für
Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP neue, kostengünstige
Herstellungsprozesse für diese Anwendung.
Dünnschicht-Solarzellen bestehen aus vielen Schichten
unterschiedlicher Funktion. Im Zentrum befindet sich die
Licht-absorbierende Schicht, an den Außenseiten schützen
Verkapselungsschichten die Solarzelle vor Umwelteinflüssen und
Kontaktschichten führen den erzeugten Strom ab.
Mit seinem Technologie-Portfolio kann das Fraunhofer FEP diese
Schichten auf große Flächen im Industriemaßstab
abscheiden. Ziel des Dresdener Institutes ist es, Schichten von
hervorragender Qualität mit einer höheren Produktivität
als bei derzeit verwendeten Fertigungsverfahren aufzubringen, um
dadurch letztendlich die Produktionskosten zu mindern.
Dr. Torsten Kopte, Ansprechpartner für "Solarenergie" am
Fraunhofer FEP, schreibt der Dünnschichttechnologie dabei
großes Potential zu: "Derzeit kosten günstige
Photovoltaik-Module einige hundert Euro pro Quadratmeter. Für die
Zukunft erwarten wir, dass mit vakuumbasierten
Beschichtungstechnologien, wie wir sie am Fraunhofer FEP verwenden, die
Kosten für die Herstellung von Photovoltaik-Modulen auf mindestens
ein Zehntel reduziert werden können."
Erfolgsversprechende Ergebnisse bei der Abscheidung von
Rückseitenkontakten konnten die Wissenschaftler bereits erzielen.
So ist es ihnen gelungen, Molybdän-Schichten für sogenannte
CIGS-Dünnschichtzellen mit zehnfach höherer
Produktivität im Vergleich zu Konkurrenztechnologien abzuscheiden.
Für Dr. Jens-Peter Heinß, Wissenschaftler am Fraunhofer FEP,
gibt es weiterhin Luft nach oben: "Die hohe Beschichtungsrate von 60
Nanometern pro Sekunde ist zunächst ein Zwischenergebnis und ich
bin sicher, dass wir diese Rate noch steigern können. Wichtig ist
für uns zunächst, dass bei dieser hohen
Prozessgeschwindigkeit die Schichteigenschaften und die Effizienz der
Zellen qualitativ gleichwertig mit denen langsamerer Verfahren
geblieben sind."
Homepage der Einrichtung:
http://www.fep.fraunhofer.de/