Der Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus stellte jetzt seine
neueste Produktentwicklungen für die verschiedenen
Solarzellen-Generationen vor. Produkte wie Infrarot-Strahler,
Sputtertargets, Quarzglas-Komponenten oder Silberleitpasten helfen bei
der Fertigung von qualitativ hochwertigen Silizium- und
Dünnschicht-Solarzellen. Sonnenlicht in Strom umzuwandeln ist ein
Zukunftsmarkt mit hohem Wachstumspotenzial. Nach einer Studie des DG
Joint Research Centre der Europäischen Kommission wurden bei der
Verbreitung der Photovoltaik große Fortschritte erzielt, vor
allem in Europa mit geschätzten Installationen von rund 14
Gigawatt (GW). Bis 2020 soll eine installierte Photovoltaik-Leistung
von 100 GW in Europa erreicht werden. Mit kundenorientierten Produkten
leistet Heraeus einen Beitrag zur Effizienzsteigerung der Solarzellen
und hilft, die Fertigung der Zellen zu vereinfachen bzw. zu
beschleunigen.
Silberleitpasten für effizientere SolarzellenSilber spielt in Form von Leitpasten für die Elektronik- und die
Photovoltaikindustrie eine wichtige Rolle. Dazu gehören auch
silberhaltige Pasten zur Herstellung sehr feiner, hochleitfähiger
Kontaktbahnen auf den Solarzellen. Diese verringern den Linien- und
Übergangswiderstand, bei möglichst geringer Verschattung der
Solarzelle und minimalem elektrischen Widerstand. Heraeus entwickelt
kontinuierlich neue Rezepturen, um den Kunden technologisch innovative
Lösungen bieten zu können. Die Anforderungen an neue
Pastengenerationen sind hohe Effizienz bei geringem Verbrauch und
Silbergehalt.
Die 2011 neu eingeführten Metallisierungspasten SOL 9410/9411
ermöglichen die Herstellung hocheffizienter kristalliner
Solarzellen und sind dabei optimiert für die Produktion bei hohem
Durchsatz und geringen Kosten. Mit ihnen lässt sich eine
hervorragende "aspect ratio" erzielen - also ein optimiertes
Verhältnis von Breite zu Höhe der feinen Leiterbahnen. Die
neue Pasten-Serie SOL 200 ist konzipiert für die
Rückseitenkontaktierung kristalliner Solarzellen. Ihr verringerter
Silbergehalt und niedriger Verbrauch reduziert die Anschaffungs- und
Produktionskosten für den Kunden. Für eine höhere
Umweltverträglichkeit sind alle Heraeus Pasten cadmiumfrei.
Aufgrund der hervorragenden technischen Performance der
Metallisierungspasten gehört Heraeus zu den Top-Anbietern in
diesem Bereich. Dazu trägt insbesondere auch die permanente
Kapazitäts-ausweitung für Silberpasten an den Standorten USA,
Asien und Deutschland bei.
Dünnste Schichten auf SolarzellenDünnschicht-Solarzellen gewinnen als Alternative zu
Silizium-Solarzellen an Bedeutung. Durch den Einsatz der
Dünnschichttechnik wird eine dünne halbleitende Schicht auf
einem Substrat, das meist aus Glas, Metall oder Kunststoff besteht,
aufgebracht. Die halbleitende Schicht kann sich z. B. aus amorphem
Silizium, Cadmiumtellurid oder Kupfer-Indium-(Gallium)-Diselenid (CIGS)
zusammensetzen. Die Halbleiterschicht ist bei dieser
Fertigungstechnologie nur ein tausendstel Millimeter dünn. Damit
sind Dünnschichtzellen hundertmal dünner als kristalline
Solarzellen und benötigen deutlich weniger Material.
Eine Schlüsseltechnik für das Herstellen dünner
Schichten ist das "Sputtern" (Kathodenzerstäubung). Mit dieser
Technik werden in der Solarzellenproduktion zahlreiche Schichten
erzeugt: Halbleiter und leitende Schichten für Front- und
Rückseitenkontaktierung. Die Material-Quelle für diese
Schicht ist das so genannte Sputtertarget. Beim Sputtern werden die
Targets in einer unter elektrischer Spannung stehenden Vakuum-Kammer
mit dem Edelgas Argon beschossen. Die energiereichen Teilchen schlagen
einzelne Atome aus der Oberfläche des Targets heraus, die sich
schließlich hauchdünn auf dem zu beschichtenden Material
niederschlagen. Heraeus hat verschiedene Sputtertargets für alle
gängigen Solarzellen entwickelt. Die Qualität und Reinheit
der Sputtertargets beeinflussen Funktionstüchtigkeit und
Leistungsfähigkeit der fertigen Solarzelle.
Spezialstrahler von UV bis Infrarot machen Solarzellen effizienter
Solarzellen und Solarmodule müssen getestet werden, um die
Produktionsqualität zu kontrollieren, die Zellen zu
charakterisieren und in Leistungsklassen einzuteilen. Schließlich
werden nur optimal zueinander passende Zellen in einem Modul vereint.
Dazu benötigt man zuverlässige und reproduzierbare
Lichtquellen, die dem Spektrum der Sonne möglichst nahe kommen.
Xenon-Blitzlampen, klein und ringförmig oder linear bis zu zwei
Meter Länge, leisten dies.
Infrarot-Strahler sind Teil eines vom BMBF (Bundesministerium für
Bildung und Forschung) geförderten Projektes. Hier arbeiten vier
Partner an neuen Anlagenkonzepten, mit dem Ziel, ein neues
Herstellungsverfahren für CIGS Halbleiterschichten zu erforschen,
das höchste Modulwirkungsgrade erreicht. Partner für die
Heiztechnologie ist der Geschäftsbereich Speziallichtquellen
(Heraeus Noblelight), der jahrzehntelange Erfahrung in der
Infrarot-Wärmetechnologie vorweisen kann. Bei der Herstellung von
Solarzellen werden meist QRC-Infrarot-Strahler mit Nanoreflektor
eingesetzt, die Prozesse im Vakuum oder unter Hochtemperaturbedingungen
besonders stabil und damit energieeffizient verwirklichen.
Solarzellen brauchen das Hightech-Material QuarzglasBei Hochtemperaturanwendungen in der Photovoltaik ist Quarzglas nicht
wegzudenken: seine Temperaturwechselbeständigkeit, hohe chemische
Reinheit und Korrosionsbeständigkeit machen das Hightech-Material
an dieser Stelle unersetzlich. Quarzglastiegel von Heraeus werden schon
im ersten Schritt für die Herstellung klassischer Solarzellen
eingesetzt: Für monokristalline Wafer wird zunächst ein
Silizium-Einkristall aus einer mehr als 1400 °C heißen
Silizium-Schmelze in einem Quarzglastiegel gezogen. Innerhalb der
waferbasierten Zellfertigung werden Quarzkomponenten sowohl in der
industriellen Produktion von Solarsilizium als auch bei der
Weiterverarbeitung von Siliziumscheiben zu Solarzellen verwendet.
Typische Produkte sind etwa Quarzglasboote, die als Träger der
Wafer in Hochtemperaturprozessen eingesetzt werden. Auch zur
Herstellung von Solarpanels unter Verwendung von
Dünnschichttechnologie werden Bauteile aus Quarzglas eingesetzt.
Weitere Informationen unter
www.heraeus-photovoltaics.com/