Der Umsatz der Hersteller von Komponenten, Maschinen und Anlagen
für die Photovoltaik in Deutschland konnte im zweiten Quartal 2011
nochmals deutlich zulegen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal wurde ein
Plus von gut 28 Prozent verbucht, so das vorläufige Ergebnis, das
der VDMA im Vorfeld der 26. EU-PVSEC 2011 in Hamburg
veröffentlicht. „Das ist der absolute
Umsatz-Höchststand seit dem Beginn der Erhebung der Daten im Jahr
2005. Durch stetige Innovationskraft und den starken Fokus auf
eine kosteneffiziente Photovoltaik-Produktion konnten deutsche
PV-Zulieferer ihre hervorragende Stellung auf internationalen
Märkten erfolgreich behaupten,“ erklärt Dr. Peter Fath,
Technologievorstand von centrotherm photovoltaics AG und Vorsitzender
des Vorstands von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel. Im aktuellen
Marktumfeld bricht allerdings der Auftragseingang zum Vorjahresquartal
um 56 Prozent ein. „Der Auftragsbestand bei den meisten
PV-Maschinenbauern ist noch recht ansehnlich. Klar ist aber, dass die
Umsätze zum Jahresende moderater ausfallen werden. Wir profitieren
nun wohl erst mittelfristig von der Energiewende“, so Fath.
Nachfrage aus Asien und nach Zell-Equipment bestimmen die LageAsiatische Kunden bleiben auch im zweiten Quartal der Garant für
die guten Umsatzzahlen der Branche. Deutlich über 70 Prozent aller
Umsätze wurden in Fernost, vor allem in China eingefahren.
Zweitstärkste Absatzregion mit gut 15 Prozent Marktanteil ist der
heimische Markt. Wenig Grund zur Freude bietet dagegen die Situation
des oft als zukunftsweisend gehandelten US-Markts. Lediglich ein Anteil
von gut drei Prozent der Umsätze im zweiten Quartal kann auf den
amerikanischen Markt zurückgeführt werden. Deutlich
angeschlagen präsentiert sich auch der Umsatz im europäischen
Ausland. Waren hier in der Vergangenheit nicht selten Anteile von
über zehn Prozent üblich, rutschten die Zahlen im zweiten
Quartal auf 7,5 Prozentpunkte ab. Schlüssel-Segment bleibt das
Equipment für die Zellfertigung. Gute 70 Prozent der
Gesamtinvestitionen wurden hier getätigt. Geschwächt zeigen
sich dagegen die Umsatzzahlen für Anlagen zur Poly-Silizium-,
Ingot- und Waferproduktion. Lediglich drei Prozent Marktanteil
entfielen auf dieses Segment.
Rückgang der Auftragseingänge dämpft Erwartungen zum JahresendeErheblich eingetrübt stellt sich die Lage bei den
Auftragseingängen dar. Wurden hier in den letzten neun Monaten
noch Rekordzahlen gemeldet, so findet sich der Auftragseingang aktuell
auf dem niedrigsten Niveau seit Mitte 2009 wieder. „Mit einer
Abkühlung des Marktes zur Jahreshälfte haben wir durchaus
gerechnet. Alle Anzeichen haben für ein deutlich schwierigeres
Marktumfeld im Bereich des Photovoltaik-Maschinenbaus
gesprochen“, berichtet Dr. Florian Wessendorf, Projektleiter im
Team von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel. Als Gründe für
die nachlassende Investitionsbereitschaft gelten vor allem die im
letzten Jahr aufgebauten Kapazitätsüberschüsse in der
Zell- und Modulfertigung, sowie die Anfang des Jahres verhaltenen
PV-Installationsmärkte in Europa. Gerade Investitionen in das
kristalline Back-End, also die Modulproduktion, und in die
Dünnschichttechnologie sind von diesen Entwicklungen betroffen.
„Trotzdem bleibe ich was die Wachstumspotentiale des
PV-Maschinenbaus anbetrifft optimistisch. Wer, wenn nicht wir, hat das
Zeug dazu die dringendsten Fragen für die Photovoltaik-Fertigung
zu lösen. Ausgezeichnetes Ingenieurs Know-how, starkes
Kostenbewusstsein, sowie Weitsicht und Standhaftigkeit haben sich
bisher immer durchgesetzt. In dieser Tradition steht der deutsche
Photovoltaik-Maschinenbau“, betont Fath. „Unterstützt
werden wir dabei vom VDMA, der mit seinen maßgeschneiderten
Dienstleistungen wie dem Technologie-Roadmapping für den
PV-Maschinenbau und dem neu gegründeten Arbeitskreis Total Cost of
Ownership die zentralen Fragestellungen aufgreift“, freut sich
Fath.
Weitere Informationen unter
www.vdma.org/pv