Die Photovoltaikindustrie steht vor einer Herausforderung: Einerseits
gilt es, Solarzellen mit immer höherem Wirkungsgrad zu erzeugen,
andererseits gilt es die Prozesskosten zu senken und immer effizientere
Fertigungsverfahren zu etablieren. TRUMPF und HÜTTINGER Elektronik
präsentieren jetzt mit den Mikrobearbeitungslasern der TruMicro
Baureihen sowie den Generatoren der TruPlasma Baureihe innovative
Produkte, die Solarzellenherstellern und Anlagenbauern neue
Möglichkeiten im Produktionsprozess eröffnen.
Der Laser als industrielles Werkzeug ist in der Photovoltaikindustrie
eine Schlüsseltechnologie. Im Vergleich zu alternativen Prozessen
ist er meist deutlich effizienter. So erhöht er Durchsatzraten und
senkt gleichzeitig Produktionskosten.
Laser verschaltet DünnschichtsolarzellenIn der Produktion von Solarmodulen aus amorphem Silizium (aSi) oder
Cadmiumtellurid (CdTe) werden leitfähige und photoaktive
Beschichtungen großflächig auf ein Substrat, beispielsweise
Glas, aufgebracht. Nach jeder Beschichtung unterteilt der Laser die
Fläche so, dass die erzeugten Zellen automatisch durch die
Prozessreihenfolge in Serie verschaltet werden. Damit können Zell-
und Modulspannungen, abhängig von der Zellbreite, eingestellt
werden. Die Bearbeitung der transparenten leitenden Oxide (TCO) erfolgt
in der Regel mit Lasern infraroter Wellenlänge. Bei typischen
Vorschubraten ergeben sich Wiederholraten von über 100 Kilohertz.
Ein optimierter Puls-zu-Puls-Überlapp gewährleistet eine
saubere Reinigung der Spur und minimiert das Risiko für
Kurzschlüsse. Kleine, kompakte Geräte wie die Laser der
TruMicro Serie 3000 sind mit ihren Wellenlängen von 1064 und 532
Nanometern ideal zum Patterning P1, P2 und P3. Die diodengepumpten
Festkörperlaser liefern dank ihrer hohen
Puls-zu-Puls-Stabilität nicht nur sehr gute Prozessergebnisse. Sie
können auch auf Grund ihres Kühlkonzeptes mit geringem
Aufwand direkt in vorhandene Anlagen integriert werden.
Herausforderung Patterning
Das Patterning von Dünnschichtzellen aus Cu(In,Ga)(S,Se)2 -
abgekürzt CI(G)S - stellt besonders hohe Anforderungen an den
Laserprozess. Dies gilt auch für die Strukturierung von
Molybdän. Hier werden derzeit noch Nanosekundenlaser eingesetzt.
Doch die weit besseren Ergebnisse liefern Pikosekundenlaser. Durch ihre
ultrakurzen Pulse tragen sie das Material ab, ohne dass die Randzone
des Prozesses nennenswert erwärmt wird. Risse, Schmelze oder eine
Ablösung der Schichten lassen sich so verhindern. TRUMPF bietet
Pikosekundenlaser der TruMicro Serie 5000 mit Wellenlängen von
1030 Nanometern für die Strukturierung des Molybdäns sowie
515 Nanometern für die Bearbeitung des photoaktiven Materials und
Patterning des Frontkontaktes an. Unter den derzeit erhältlichen
Pikosekundenlasern mit bis zu 100 Watt Ausgangsleistung verfügt
der TruMicro 5000 über das beste Preis-Leistungsverhältnis
und die geringsten Betriebskosten.
Randentschichten: Laser ersetzt SandstrahlverfahrenUm Dünnschichtsolarmodule vor äußeren Einflüssen,
insbesondere vor Feuchtigkeit, zu schützen, wird das Schichtsystem
am Rand auf einer Breite von etwa einem Zentimeter entfernt, mit einer
Folie laminiert und damit abgedeckt. Dazu setzt die
Photovoltaikindustrie derzeit noch überwiegend Sandstrahlverfahren
ein. Das sehr viel bessere Verfahren ist aber der Laser.
Prädestiniert für diese Applikation ist der TruMicro 7050,
der große Formate zuverlässig und sicher bearbeiten kann.
Der Mikrobearbeitungslaser erzeugt Pulse mit einer Dauer von 30
Nanosekunden bei einer mittleren Leistung von 750 Watt.
Kristalline Solarzellen: Laser verringert Kosten pro WattAuch beim selektiven Abtragen passivierender Schichten bei kristallinen
Solarzellen bieten sich dem Laser in Zukunft weitere Einsatzgebiete.
Besonders gut geeignet sind Laser, die ultrakurze Pulse bei hohen
Pulsenergien ermöglichen und gleichzeitig eine hohe
Strahlqualität haben. Voraussetzungen, die derzeit nur die
Scheibenlasertechnologie erfüllt. Die einfache Skalierbarkeit bei
der Laserleistung ermöglicht einen höheren Durchsatz in der
Produktion, die hohe Strahlqualität und die ultrakurzen Pulse
verbessern die Effizienz der Solarzelle. Damit wird es möglich,
die Kosten pro Watt Solarzellenleistung in Zukunft deutlich zu senken.
Generatoren: Herzstück bei der Beschichtung von DünnschichtsolarzellenBei der Fertigung von Dünnschichtsolarzellen wird das
Trägermaterial aus Glas großflächig mit photoaktiven
Halbleitern beschichtet. Eine einfache, aber zentrale Regel lautet
dabei: Je besser die Qualität der aufgetragenen Schichten, desto
höher der Wirkungsgrad der fertigen Solarzelle. Die Anforderungen
an Stromversorgungen, welche die notwendige Leistung für die
Beschichtungsprozesse liefern, sind daher eindeutig: Sie müssen
dünne und homogene Schichten erzeugen und gleichzeitig zu einer
wirtschaftlichen Produktion beitragen. HÜTTINGER bietet für
zwei zentrale Fertigungsschritte - PECVD-Prozesse
(plasmaunterstützte Gasphasenabscheidung) sowie Sputterprozesse -
Generatoren, die diese Ansprüche in hohem Maße erfüllen.
TruPlasma RF Serie 1000 für stabile PECVD-ProzesseSpeziell für PECVD-Prozesse, die Solarhersteller zum Auftragen
siliziumbasierter Schichten einsetzen, bietet HÜTTINGER die
TruPlasma RF Serie 1000. Diese Familie innovativer
Hochfrequenzgeneratoren wurde im Frühling 2011 erweitert und
technischen Verbesserungen unterzogen.
Bisher im Rahmen der TruPlasma RF Serie 1000 erhältlich: Der
Hochfrequenzgenerator TruPlasma RF 1003. Bei einer Frequenz von 13,56
Megahertz erzeugt er eine Ausgangsleistung von drei Kilowatt und
liefert die notwendige Prozessenergie für Beschichtungs- und
Ätzprozesse in der Produktion von Solarzellen mit hoher
Genauigkeit und Reproduzierbarkeit. Um diese Prozesse auch mit weniger
Leistungsbedarf zu fahren, hat HÜTTINGER die Produktfamilie nun
erweitert: Mit dem TruPlasma RF 1001 und dem TruPlasma RF 1002 stehen
dem Anwender jetzt auch Stromversorgungen mit einem und zwei Kilowatt
Ausgangsleistung zur Verfügung. Der Einsatz dieser Generatoren
ermöglicht dank geringerer Anschaffungskosten eine Optimierung der
Anlagekosten.
Im Zuge der Überarbeitung hat HÜTTINGER die TruPlasma RF
Serie 1000 mit einer zusätzlichen Kommunikationsschnittstelle
ausgestattet. Alternativ zur bisherigen RS232/485-Schnittstelle ist die
Prozessstromversorgung nun auch mit einer PROFIBUS-Anbindung
erhältlich. Damit sind die Generatoren jetzt auch auf dem
europäischen Markt optimal einsetzbar. Dank der neuen
Schnittstelle und ihrer sehr kompakten Größe lassen sich die
Stromversorgungen leicht und wirtschaftlich in Anlagen integrieren.
Zudem hat HÜTTINGER die Stabilität der Ausgangsleistung
deutlich verbessert. Um diese noch exakter mess- und steuerbar zu
machen, hat das Unternehmen eine höhere Auflösung der
Signalverarbeitung bei der Gerätesteuerung realisiert. Dadurch
können die in der Stromversorgung vorhandenen Messinstanzen die
erzeugte Ausgangsleistung noch genauer ermitteln und die Ergebnisse
exakt an die Regelkreise zurückmelden. Diese können die
Ausgangsleistung so jederzeit zuverlässig und genau nachjustieren
und an den Sollwert anpassen. Stabile Prozesse und optimale
Prozessergebnisse sind das Resultat.
Sputtern leicht gemacht mit neuen DC-GeneratorenFür Sputterprozesse, mit deren Hilfe Anwender TCO wie
Aluminium-dotiertes Zinkoxid (AZO) oder Indiumzinnoxid (ITO) auf das
Trägermaterial auftragen, entwickelte HÜTTINGER die TruPlasma
DC Serie 3000 NEU. Erhältlich mit einer Ausgangsleistung von 20
bis 160 Kilowatt, ermöglicht diese neue Generation
wassergekühlter Gleichstromgeneratoren hervorragende
Schichtqualitäten - selbst bei Prozessen mit vielen elektrischen
Überschlägen (Arcs), wie dem TCO-Sputtern.
Möglich macht dies das innovative Arc-Management CompensateLine,
das HÜTTINGER nochmals verbessert hat. Im Arc-Fall gleicht
CompensateLine die gespeicherte Energie in der Ausgangschaltung sowie
im Verbindungskabel zwischen Generator und Kathode noch besser aus.
Dadurch reagiert der Generator noch schneller auf das Arc. Gleichzeitig
wird die Restenergie auf ein Minimum reduziert. Dies führt zu
hochqualitativen TCO-Schichten mit deutlich höheren Abscheideraten
als bei gepulsten DC-Stromversorgungen. Die hohen Abscheideraten
steigern die Produktivität des TCO-Prozesses. Darüber hinaus
ist eine Kosteneinsparung bei der Anschaffung der Stromversorgungen
möglich. Denn die kontinuierlichen DC-Stromversorgungen kommen
ohne kostenintensive Hochleistungsschaltstufen aus, die für die
gepulsten Stromversorgungen notwendig sind. Erhöhte
Produktivität und verminderte Investitionskosten - so zahlt sich
die TruPlasma DC Serie 3000 NEU gleich in zweifacher Hinsicht für
den Anwender aus.
Weitere Informationen unter
www.trumpf.com/