 |
| Durch
Injektion von Elektronen mit ausgewähltem Spin lassen sich mit
hableiterbasierten Mikrolasers Modulationsgeschwindigkeiten erreichen,
die jedem konventionellen Laser weit überlegen sind. |
 |
| Relaxationsoszillationen
wie in (a) gezeigt markieren die maximal erreichbare Geschwindigkeit in
konventionellen Halbleiterlasern. Durch Verwendung von Elektronen mit
ausgewähltem Spin werden Oszillationen in der Polarisation des
Lichtfeldes erzeugt, die viel schneller sein können als die
Relaxationsoszillationen (b). Da die Oszillationsdauer einfach
über den Strom eingestellt werden kann (c) sind solche Spin-Laser
perfekt für die optische Datenübertragung geeignet. |
Bochumer Elektrotechnikern ist es gelungen, ein neues Konzept für
ultraschnelle Halbleiterlaser zu entwickeln. Forscher der RUB nutzen
dabei die Eigendrehbewegung von Elektronen, den sogenannten Spin,
geschickt aus, um die bisherigen Barrieren für die Geschwindigkeit
erfolgreich zu durchbrechen. Die neuen Spin-Laser haben das Potenzial
zukünftig Modulationsfrequenzen deutlich über 100 GHz zu
erreichen. Das ist ein entscheidender Schritt zur
Hochgeschwindigkeitsdatenübertragung z.B. für das Internet
von morgen.
Bochumer Elektrotechnikern ist es gelungen, ein neues Konzept für
ultraschnelle Halbleiterlaser zu entwickeln. Forscher der RUB nutzen
dabei die Eigendrehbewegung von Elektronen, den sogenannten Spin,
geschickt aus, um die bisherigen Barrieren für die Geschwindigkeit
erfolgreich zu durchbrechen. Die neuen Spin-Laser haben das Potenzial
zukünftig Modulationsfrequenzen deutlich über 100 GHz zu
erreichen. Das ist ein entscheidender Schritt zur
Hochgeschwindigkeitsdatenübertragung z.B. für das Internet
von morgen. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher in der
renommierten Zeitschrift „Applied Physics Letters“ des
American Institute of Physics.
Optische Datenübertragung: Die Basis unserer Informationsgesellschaft Die optische Datenübertragung durch Halbleiterlaser ist eine
Grundvoraussetzung für die global vernetzte Welt und die heutige
Informationsgesellschaft. Der immer größere Vernetzungsgrad
und der Wunsch, größere Datenmengen austauschen zu
können, bilden die Triebfeder für die Entwicklung immer
schnellerer optischer Datenübertragungssysteme. Die maximale
Geschwindigkeit herkömmlicher Halbleiterlaser war dabei lange ein
begrenzender Faktor – typische Modulationsfrequenzen liegen
derzeit bei Werten deutlich unter 50 GHz.
Über 100 GHz möglich: Eine Barriere wackeltDurch Verwendung von Spin-Lasern konnten die Bochumer Forscher die
bisherigen Grenzen für die Modulationsgeschwindigkeit
überwinden. Während in konventionellen Lasern die
Eigendrehrichtung der injizierten Elektronen völlig
willkürlich ist, werden bei den Spin-Lasern nur Elektronen mit
vorher festgelegtem Spinzustand verwendet. Durch die Injektion dieser
spinpolarisierten Elektronen wird der Laser dazu gezwungen, auf zwei
Lasermoden unterschiedlicher Frequenz gleichzeitig zu arbeiten.
„Dieser Frequenzunterschied lässt sich leicht durch die
sogenannte Doppelbrechung im Resonator einstellen, zum Beispiel indem
man den Mikrolaser einfach verbiegt“, sagt Dr. Nils Gerhardt.
Durch die Kopplung der beiden Lasermoden im Mikroresonator entsteht
eine Schwingung mit neuer Frequenz, die theoretisch weit über 100
GHz erreichen kann. Ihre Ergebnisse erzielten die Forscher um Dr.
Gerhardt im Sonderforschungsbereich 491 der Universitäten Bochum
und Duisburg-Essen („Magnetische Heteroschichten: Spinstruktur
und Spintransport“).
| Mehr Informationen |
http://www.ptt.rub.de
Veröffentlichung N.C. Gerhardt, M.Y. Li, H. Jähme, H.
Höpfner, T. Ackemann, and M.R. Hofmann: „Ultrafast
spin-induced polarization oscillations with tunable lifetime in
vertical-cavity surface-emitting lasers“, Appl. Phys. Lett. 99,
151107 (2011), DOI: 10.1063/1.3651339 Paper im Internet: http://apl.aip.org/resource/1/applab/v99/i15/p151107_s1 |