Der Laser als Markierwerkzeug ist aus der Industrie nicht mehr
wegzudenken. Automobil, Elektronik, Medizintechnik sind nur einige
wenige Industriezweige, in denen der Laser häufig aufgrund seiner
Flexibilität und Vielseitigkeit anderen Verfahren zum Beschriften
vorgezogen wird. Die Nachfrage nach Markierlasern steigt, die
Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen werden immer
mehr Verbrauchsgüter individuell gekennzeichnet. Zudem steigen die
Anforderungen an die Dokumentation des Fertigungsprozesses und damit
verbunden der Rückverfolgbarkeit vieler Produkte und
Werkstücke stetig. Mit dem Laser können individuell Zahlen,
Texte, Logos oder maschinenlesbare Codes wie der Data-Matrix-Code mit
seiner hohen Informationsdichte aufgebracht werden.
Nicht alle Kunststoffe eigenen sich für die Beschriftung mit dem
Markierlaser. Einige Industriekunststoffe zeigen bei Beschriftungen mit
dem Laser nur schwache Kontraste und erfüllen damit die
Anforderungen an gute Lesbarkeit und hohe Qualität bei kurzer
Beschriftungszeit nicht. Daher sind spezielle lasersensitive Additive,
wie Füllstoffe, Stabilisatoren und farbgebundene Pigmente
für Kunststoffe zum Laserbeschriften erhältlich. Mit
diesen lässt sich die Lasermarkierbarkeit des Materials deutlich
erhöhen. Typische Kunststoffe, die sich durch den Einsatz von
Laseradditiven für die Laserbeschriftung eignen sind
beispielsweise Polyethylen, Polystyrol und Polyoxymethylen sowie
Polyurethan, Polypropylen und Polyvinylchlorid.
Absorptionsverhalten der KunststoffeBeim Lasermarkieren muss der Kunststoff die Laserstrahlung in
ausreichendem Maße absorbieren. Das makromolekulare
Grundgerüst der Kunststoffe absorbiert in der Regel lediglich
Licht im ultravioletten Bereich und im fernen Infrarot-Bereich
(CO2-Laser, Wellenlänge 10,6 µm). Additive, Füllstoffe
und Pigmente technischer Kunststoffe beeinflussen die Absorption jedoch
stark, so dass der Kunststoff Strahlung im nahen IR-Bereich (1064 nm)
oder sichtbares grünes Laserlicht (532 nm) besser absorbieren
kann. Das Resultat sind höhere Bearbeitungsgeschwindigkeiten und
bessere Kontraste.
Die für die Beschriftung verwendeten Laser emittieren Licht meist
im infraroten Wellenlängenbereich von 1064 nm. Speziell für
die Bearbeitung von Kunststoffen und Halbleitermaterialien stehen auch
Geräte mit grünem (532 nm) und ultraviolettem Licht (355 nm)
zur Verfügung. Insbesondere die UV-Wellenlänge eröffnet
neue Dimensionen in der Kunststoffbeschriftung. Die Energie des
kurzwelligen UV-Lichts führt zu einer photochemischen Reaktion,
ohne das Material zu erhitzen und damit zu beschädigen. Besonders
bei kritischen Materialien, z.B. Kunststoffen mit Flammschutzmitteln
erreichen diese Laser eine deutlich kontrastreichere Beschriftung bei
optimaler Oberflächenqualität und sehr hohen
Bearbeitungsgeschwindigkeit.
Lasermarkieren auf KunststoffEs gibt vier unterschiedliche Methoden, mit denen Kunststoffe markiert
werden können. Beim Verfärben erzeugt das Laserlicht einen
Farbwechsel unter der Oberfläche beispielsweise durch
Karbonisieren. Eine Gravur entsteht durch Schmelzen und Verdampfen von
Matrixmaterial auf der Oberfläche des Kunststoffes. Das
Aufschäumen mittels Laser erzeugt einen Aufwurf auf der bzw.
Veränderung der Oberfläche. Dadurch verändert sich die
Lichtbrechung des Kunststoffes und es erscheint eine dunkel wirkende
Markierung. Beim Abtragen werden die obersten Schichten des Materials
entfernt und es entsteht eine Vertiefung auf der Oberfläche.
Entscheidend für die bei einer Applikation beste Markiervariante
sind die speziellen Anforderungen an die Beschriftung, der verwendete
Kunststoff sowie die eingesetzte Laserwellenlänge. Bei den meisten
thermoplastischen Kunststoffen wird ein Farbumschlag (vorwiegend bei
einer Wellenlänge von 532 und 355 nm) durch Karbonisieren –
eine dunkle Markierung auf hellem Grund – oder bei dunklen
(häufig schwarzen) Materialien ein Aufschäumen (vorwiegend
bei einer Wellenlänge von 1064 nm) des Materials erzielt. Beim
Beschriften von Duroplasten und Elastomeren wird häufig graviert
(vorwiegend bei einer Wellenlänge von 1064 nm).
Verfärben Sind Werkstoff und Wellenlänge des Lasers optimal aufeinander
abgestimmt, können Kunststoffe lokal karbonisiert werden –
eine dunkle Markierung entsteht. Da die thermische Energie nur sehr
lokal begrenzt eingebracht wird, ist das Resultat eine klare gut
lesbare Schrift bzw. Codes mit hohem Kontrast.
Schäumen Beim Schäumen wird das Matrixmaterial des Kunststoffs kurzzeitig
zum Schmelzen gebracht, wobei Ausgasungen entstehen. Beim Abkühlen
werden kleine Gasblasen eingeschlossen, an denen das einfallende Licht
diffus reflektiert wird. Es entsteht eine erhabene Markierung, die
relativ breit ist. Die Markierung auf dunklem Kunststoff erscheint hell.
Abtragen Mehrschichtige Kunststoffe können durch Abtragen einer dünnen
Deckschicht – etwa einer Lackierung - beschriftet werden. Dabei
sollten folgende Bedingungen erfüllt sein: Es muss ein hoher
Kontrast zwischen Deckschicht und Trägermaterial vorhanden sein.
Das Material muss die Wellenlänge des Laserlichts gut absorbieren
können. Die Schichtdicke sollte homogen sein. Das Verfahren wird
vor allem zum Schichtabtrag von Lacken bei Schalter- und
Bedienelementen im Tag-Nacht-Design in Autoarmaturen eingesetzt. Dabei
darf der Basislack oder das semi-transparente Grundmaterial nicht
beschädigt werden. Hierzu sind Laser mit einer hohen
Puls-zu-Puls-Stabilität erforderlich. Da eine hohe
Kantenschärfe der gelaserten Symbole gefragt ist, spielt auch die
Qualität und Fokussierbarkeit des Laserstrahls eine wichtige Rolle.
Gravieren Beim Gravieren wird das Bauteil insgesamt nicht aufgeheizt, sondern das
Material wird oberflächlich geschmolzen und verdampft. Aufgrund
der geringen Wärmeleitfähigkeit ist der Schmelzanteil gering
und es erfolgt praktisch eine Sublimation des Materials. Durch
thermische Ausdehnung oder durch das Aufplatzen des Materials kann
jedoch auch hier wie bei Metallen ein Randaufwurf entstehen. Gravieren
wird bei Thermoplasten, Duroplasten und Elastomeren eingesetzt.
Laser zum MarkierenFür Beschriftungen werden meist gütegeschaltete, kurzgepulste
Festkörperläser mit einer mittleren Leistung unter 100 Watt
und Pulsdauern zwischen 10 bis 100 Nanosekunden eingesetzt – bei
Pulsfrequenzen bis 100 Kilohertz. Damit können Wechselwirkungen
mit dem zu markierenden Material fein abgestimmt werden. Die geringe
Pulsdauer resultiert in sehr hohen Pulsspitzenleistungen von mehreren
10.000 Watt bei einer mittleren Leistung von 10 Watt. Die Laser sind
diodengepumpt und verfügen über eine hohe Effizienz und einen
hohen Wirkungsgrad. Die Laser sind gut fokussierbar und bieten dadurch
die Möglichkeit, Oberflächen sehr filigran zu beschriften.
Die hohe Strahlqualität der diodengepumpten Festkörperlaser
ermöglicht einen kleinen Fokusdurchmesser. Kleine Spurbreiten von
30 µm für eine präzise Beschriftung sind so
möglich. Daher können auch kleine Bauteile mit diesem
Verfahren beschriftet werden.
Vektorbeschriften mit FestkörperlasernBeim Beschriften mit Festkörperlasern setzen Anwender meist das
flexible Vektormarkierverfahren ein. Zwei bewegliche Spiegel lenken
dabei den Laserstrahl in x- und y-Richtung ab. Das Objektiv fokussiert
ihn auf die Werkstückebene. Eine spezielle Fokussieroptik
(Planfeldlinse) stellt sicher, dass der Brennpunkt in einer Ebene
liegt. Die Ablenkgeschwindigkeit auf dem Werkstück beträgt
bis zu 12 m/s. Somit lassen sich mehrere 1000 Zeichen pro Sekunde
aufbringen. Die Größen der Beschriftungsfelder liegen
typischerweise im Bereich 60x60 bzw. 290x290 mm2.
Beschriften mit dem Laser ist ökonomisch und äußerst flexibelSo universell wie der Laser zum Beschriften eingesetzt werden kann, so
individuell ist der Weg zur integrierten Anwendungslösung. Der
beste Weg, um den Markierprozess zu validieren, ist daher eine enge
Zusammenarbeit zwischen Kunde und Laserhersteller. Aspekte wie
Wellenlänge, Markierqualität (Kontrast, Homogenität,
Auflösung, Klarheit), Markierzeit und vor allem die Anforderungen
des Kunden spielen eine entscheidende Rolle, um den geeigneten Laser
und optimale Parameter zu finden. Diese Auswahl bestimmt in der
Produktion die Taktzeit sowie die Anzahl und Qualität der
gefertigten Teile.
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.trumpf.com/