Das Team um Forscher Prof. Dr. Holger Heuermann vom Fachbereich
Elektrotechnik und Informationstechnik der FH Aachen hat einen
Plasmastrahler entwickelt, der dank einer gebündelten Emission des
Plasmas einen bis zu 3400 Grad Celsius heißen Strahl erzeugt.
Typische Anwendungsbereiche sind die Reinigung von Oberflächen,
etwa in industriellen Produktionsprozessen, aber auch Trenn- und
Verbindungsschweißen sowie Medizintechnik.
Gartenschlauch statt Gießkanne: Wenn Kräfte gebündelt
werden, steigt die Wirkung. Das Prinzip, das etwa vom Laser schon lange
bekannt ist, wird jetzt auch auf Plasma angewandt. Das Team um Forscher
Prof. Dr. Holger Heuermann vom Fachbereich Elektrotechnik und
Informationstechnik der FH Aachen hat einen Plasmastrahler entwickelt,
der dank einer gebündelten Emission des Plasmas einen bis zu 3400
Grad Celsius heißen Strahl erzeugt. Typische Anwendungsbereiche
sind die Reinigung von Oberflächen, etwa in industriellen
Produktionsprozessen, aber auch Trenn- und Verbindungsschweißen
sowie Medizintechnik.
Die technologische Grundlage ist das sogenannte Mikrowellenplasma. Mit
dem Begriff Plasma bezeichnet man in der Physik ein Gas, das teilweise
oder voll¬ständig aus freien Ladungsträgern, also Ionen
oder Elektronen, besteht.
99 Prozent der sichtbaren Materie im Universum besteht aus Plasma.
Natürliche Plasmen auf der Erde findet man etwa in Blitzen, auch
Flammen sind plasmaähnlich. Beim Mikrowellenplasma erfolgt die
Gasentladung, die zur Plasma-Erzeugung benötigt wird, durch
Mikrowellen, also bei einer Frequenz von 2,45 Gigahertz.
Bei der Neuentwicklung der FH-Wissenschaftler wird das Prozessgas durch
eine dünne Kanüle, die zugleich als Elektrode fungiert, bis
zur Spitze des Strahlers geleitet, wo dann das Plasma in
gebündelter Form erzeugt wird. „Damit können wir die
Vorteile dieser Technologie erstmals konsequent ausnutzen“, sagt
Prof. Heuermann. Derzeit können Temperaturen von bis zu 3400 Grad
Celsius erreicht werden – genug, um dünne Bleche zu
zerschneiden. Der Plasmalaser weist ungefähr die Größe
eines Kugelschreibers auf, der Strahl ist etwa ein bis zwei Zentimeter
lang und hat einen Durchmesser von einem Millimeter. Bei der Erzeugung
des Plasmas wird mit Edelgasen und normaler Umgebungsluft gearbeitet,
direkte Emissionen entstehen nicht. Dank einer eingebauten Kühlung
erhitzt der Plasmalaser sich kaum, er ist praktisch
verschleißfrei und äußerst langlebig – allesamt
Eigenschaften, die ihn von konventionellen Lasern oder Plasmastrahlern,
die mit der Bogenentladungstechnik arbeiten, unterscheidet.
„Diese Technologie wird Karriere machen“, ist Prof.
Heuermann überzeugt. An der Entwicklung war auch der FH-Student
Torsten Finger entscheidend beteiligt, der seine Masterarbeit zum Thema
Plasmastrahler geschrieben hat. Weitere Anwendungsbereiche sind
überall dort denkbar, wo sehr hohe Temperaturen und
Emissionsfreiheit kombiniert werden. Das reicht von
Großindustrieanlagen – etwa im Bereich Müllverbrennung
– bis hin zu Krankenhäusern oder Labors, wo Reinräume
benötigt werden.
Weitere Informationen unter
http://www.fh-aachen.de