Forschern von OSRAM Opto Semiconductors ist es gelungen,
leistungsfähige Prototypen blauer und weißer LED
herzustellen, bei der die lichtemittierenden Gallium-Nitrid-Schichten
(GaN) auf Silizium-Scheiben mit 150 Millimeter Durchmesser gewachsen
wurden. Das Silizium ersetzt dabei ohne Qualitätsverlust bisher
übliche Saphir-Substrate. Die neuen LED-Chips befinden sich
bereits im Pilotstatus und werden unter realen Bedingungen getestet.
Erste LED auf Silizium von OSRAM Opto Semiconductors könnten damit
schon in den nächsten zwei Jahren auf den Markt kommen.
„Unsere Investitionen in jahrelange Forschung zahlen sich aus,
denn es ist uns gelungen, die Qualität der
Gallium-Nitrid-Schichten auf den Silizium-Substraten so zu optimieren,
dass Effizienz und Helligkeit inzwischen marktfähige Werte
erreicht haben. Bereits durchgeführte Belastungstests
demonstrieren die hohe LED-Qualität und Robustheit - ein
traditionelles Markenzeichen von uns“, sagt Dr. Peter Stauss,
Projektleiter bei OSRAM Opto Semiconductors. OSRAM Opto Semiconductors
hat sich in den vergangenen 30 Jahren eine umfassende Expertise in den
Prozessen künstlichen Kristallwachstums (Epitaxie) aufgebaut
– die Grundlage für diesen Meilenstein in der Entwicklung
neuer Fertigungstechnologien. Das Bundesministerium für Bildung
und Forschung fördert diese Aktivitäten im Rahmen des
Projektverbundes „GaNonSi“.
Vorteile von SiliziumDiese Entwicklung ist aus mehreren Gründen richtungsweisend:
Silizium ist aufgrund seiner Verbreitung in der Halbleiterindustrie,
der Verfügbarkeit großer Scheibendurchmesser und
seiner sehr guten thermischen Eigenschaften eine attraktive und
kostengünstige Option für die Lichtmärkte der Zukunft.
Qualität und Leistungsdaten der gefertigten LED-Silizium-Chips
stehen der von Saphir-basierenden Chips nicht nach: Die blauen UX:3
Chips im Standard-Gehäuse Golden Dragon Plus erreichen eine
Rekordhelligkeit von 634 mW bei einer Spannung von 3,15 Volt. Das
entspricht einer Leistungseffizienz von 58 Prozent – das sind
herausragende Werte für 1 mm²-Chips bei 350 mA. In
Kombination mit einem konventionellen Phosphorkonverter im
Standard-Gehäuse – also als weiße LED –
entsprechen diese Prototypen 140 lm bei 350 mA mit einer Effizienz von
127 lm/W bei 4500 K.
„Damit sie sich flächendeckend in der Beleuchtung
durchsetzen, müssen LED-Komponenten einfach noch deutlich
günstiger werden und das bei gleich bleibend hoher Qualität
und Leistung“, betont Stauss. „Wir entwickeln dazu in der
gesamten Technologiekette neue Verfahren, von der Chiptechnologie, den
Produktionsprozessen bis zur Gehäusetechnologie.“ Schon auf
einer 150-Millimeter-Scheibe (entspricht 6 Zoll) ist es rein
rechnerisch möglich, mehr als 17.000 LED-Chips bei einer
Chipgröße von einem Quadratmillimeter herzustellen. Noch
größere Siliziumwafer können die Produktivität
weiter steigern, erste Strukturen auf 200-Millimeter-Substraten (ca. 8
Zoll) haben die Forscher bereits demonstriert.
Mehr Informationen unter
www.osram-os.com/