Viel versprechende Ergebnisse für Leichtbaukonstruktionen im
Schiffbau: Das Laser Zentrum Hannover (LZH e.V.) hat mit
Projektpartnern einen Demonstrator für Schiffsgetriebefundamente
aus Stahl-Aluminiumschaum-Sandwiches mittels Laserstrahlschweißen
gefügt.
Metallschäume sind hochporöse, leichte Materialien, die
aufgrund ihrer zellularen Struktur hervorragend Energie in Form von
Schwingungen, Stößen oder Schall dämpfen,
temperaturbeständig sind und gleichzeitig elektromagnetische
Wellen abschirmen. In so genannten Sandwichkonstruktionen, also im
Verbund mit Aluminium- oder Stahlblechen, zeigen Metallschäume
eine vielfach höhere Biegesteifigkeit als massive Bleche und
eignen sich aufgrund ihres geringen Gewichts besonders für
Leichtbaukonstruktionen sowie dynamisch stark beanspruchte Teile.
Diese großformatigen Metallschaumsandwiches sind auch für
hoch belastete Schiffsstrukturbauteile wie Maschinenfundamente oder
Ruderstrukturen von großem Interesse, da sie Gewichtseinsparungen
bis zu 20 Prozent ermöglichen. Die Stahl-Al-Leichtbaustrukturen
stellen jedoch aufgrund der Inhomogenität des Schaumkerns, der
hohen Steifigkeit und der besonderen Materialstärken
außergewöhnliche Anforderungen an das Fügen. So besteht
beispielsweise die Gefahr, dass der Wärmeeintrag beim
Aufschäumen des Aluminiums in Mischsandwiches einen Materialverzug
und Welligkeiten erzeugt. Durch den Schweißprozess kann es ferner
zu intermetallischen Phasen mit der Gefahr einer späteren
Rissbildung in der Schweißnaht kommen.
Forscher der Gruppe ‚Fügen und Trennen von Metallen‘
am LZH haben im Rahmen des Verbundprojekts MESCHLAS ein Verfahren zum
Laserschweißen großformatiger Metallschaumsandwiches
entwickelt, bei dem sich keine intermetallischen Phasen bilden. Mit
Hilfe transportabler Achssysteme sowie eines mobilen Diodenlasers,
bereitgestellt durch die Firmen Scientific and Efficient Technologies
Ltd. (SET) und LASER on demand GmbH (LoD), wurde dieses Verfahren
kürzlich bei Blohm + Voss Naval GmbH in Emden im Rahmen der
Fertigung eines Getriebefundament-Demonstrators erfolgreich getestet.
Als erster Schritt ist eine mechanische Bearbeitung der Paneel-Kanten
notwendig, um den im Fügebereich anhaftenden Aluminiumschaum von
den Stahldeckblechen (S235JR) zu entfernen und somit intermetallische
Phasen zu vermeiden. Dann müssen die Bauteile unter Einhaltung
eines technischen Nullspaltes exakt positioniert werden –
aufgrund der besonderen Ausmaße der Teile eine große
Herausforderung. Anschließend werden die Sandwichpaneele durch
Schweißpunkte mittels konventionellem Schweißen
endgültig fixiert. Zum Laserschweißen der
Stumpfstöße und Kehlnähte wird ein Diodenlaser im
Wellenlängenbereich von 900 bis 1030 nm sowie mit einer
Ausgangsleistung von 5 kW eingesetzt. Im Praxistest konnten Spalte von
bis zu 0,6 mm überbrückt und durchgehende
Schweißnähte hergestellt werden. Je nach Blechstärke
(bis zu 5mm) variierte die Vorschubgeschwindigkeit zwischen 0,2 und 1,5
m/min.
MESCHLAS möchte dem Anwender eine auf der Sandwichtechnologie
basierende Leichtbauweise einschließlich der erforderlichen
Fertigungstechnologie zur Verfügung stellen. An diesem
ganzheitlichen Ansatz arbeitet das LZH gemeinsam mit dem
Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU)
sowie den Unternehmen Blohm + Voss Naval GmbH und Precitec Optronik
GmbH. Das Vorhaben wird gefördert vom Bundesministerium für
Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen
Bundestages.
Weitere Informationen unter
http://www.lzh.de/