Ein hoher Prozentsatz aller Unternehmen scheitert innerhalb der ersten fünf Jahre. Angesichts der zahlreichen Fallstricke, in denen sich Unternehmen verfangen können, ist dies gar nicht verwunderlich. Wer jedoch die Gefahren kennt, kann sich darauf vorbereiten und sie vermeiden bzw. unbeschadet überwinden. Es sind immer wieder die gleichen Tücken, die zum existentiellen Problem werden können - hier die zehn wichtigsten:
Fallstrick Nummer 1: Marketing
Viele Unternehmer meinen, dass es sich schon herumspricht, wenn Dienstleistung oder Produkt gut sind und die Kunden dann von alleine kommen. Doch meist dauert dies zu lange. Und nicht jede Empfehlung vergrößert den Kundenkreis automatisch, da gleichzeitig abwandernde Kunden ersetzt werden müssen. Gutes, an Resultaten orientiertes, Marketing ist deshalb sehr wichtig. Entscheidend ist aber auch eine realistische Erwartungshaltung. Werden 1000 Personen angeschrieben, wird nicht gleich der Bestellkorb überquellen. Es kann durchaus sein, dass nur eine Bestellung oder - mit viel Glück - 40 Bestellungen eingehen.
Mein Tipp: Je nach Branche ist das Marketing-Budget unterschiedlich hoch anzusetzen – es lohnt sich, darüber gezielt Informationen einzuholen. Sprechen Sie mit Experten, die entsprechende Erfahrungswerte – vor allem aus Ihrer Branche – haben.
Fallstrick Nummer 2: EDV
Häufig wird die EDV anfangs nicht ernst genug genommen – ein Fehler, der später mit unnötig viel Geld, Kraft und Energie ausgebügelt werden muss. Zum Start reicht eine günstige Standard-Software oder ein von einem Freund gemachtes Auf-trags-Programm – so die weit verbreitete Meinung von Jungunternehmern. Tauchen dann Probleme auf, entstehen schnell Fehlerquellen und ein effizientes Arbeiten wird schwierig, im schlimmsten Falle unmöglich. Selbst wenn gute Software gewählt wurde, besteht die Gefahr, dass für Anpassungen und den Software-Support „abgezockt“ wird. Oder der Hardware-Lieferant verkauft Komponenten oder Dienstleistungen, die das Unternehmen gar nicht wirklich braucht (siehe auch Nr. 4).
Mein Tipp: Holen Sie immer mehrere Angebote ein und überprüfen Sie Referenzen sorgfältig. Auch wenn Sie sich auf Ihren EDV-Dienstleister voll und ganz verlassen, sollte Sie das nicht daran hindern, alles zu hinterfragen.
Fallstrick Nummer 3: Buchhaltung/Controlling
Verlässliche Zahlen sind die Grundlage für Management-Entscheidungen. Wer auch immer die Buchhaltung macht – der Unternehmer selbst, ein Buchhalter, ein externer Steuerberater bzw. Treuhänder – muss das nötige Fachwissen besitzen und sehr gewissenhaft und effizient arbeiten. Eine sorgfältige aktuelle Buchhaltung hilft, die Firma mit Zahlen, und nicht mit Vermutungen, zu führen und die Verpflichtungen gegenüber dem Finanzamt (Umsatzsteueranmeldung bzw. Mehrwertsteuer-Abrechnung) pünktlich zu erfüllen. Eine Vernachlässigung der Buchhaltung wird sich rächen.
Mein Tipp:
Führen Sie ein gutes Management- und Controlling-System ein. Im Vertrieb beispielsweise bieten Kennzahlen, wie Lohnkosten pro Bestellung und dergleichen, guten Aufschluss.
Fallstrick Nummer 4: Unseriöse Geschäftspartner
Vom Erfolg eines Unternehmens wollen auch andere profitieren – leider nicht immer seriös. So können gute Unternehmensberater viel helfen, wenn sie richtig und mit Maß tätig sind. Aber leider gibt es auch solche, die nur „abkassieren“ wollen, ohne einen wirklichen Nutzen zu bieten. Auch wenn z. B. eine Telefonanlage installiert oder ein EDV-Netzwerk gelegt werden muss, führen viele Wege nach Rom. Vorher Kosten und Leistungen anhand mehrerer Angebote zu vergleichen, sollte selbstverständlich sein.
Mein Tipp: Suchen Sie sich Ihre Geschäftspartnern sehr sorgfältig aus und prüfen Sie permanent die erbrachten Leistungen.
Fallstrick Nummer 5: Mitarbeiter
Nachdem am Anfang vielleicht noch alles selbst gemacht wurde, verstärken bald Mitarbeiter das Unternehmen. Diese sollten mit Bedacht eingestellt werden. Wichtig sind Persönlichkeit und Qualifikation, damit sich die an sie gestellten Erwartungen erfüllen. Nur der/die rechte Mann/Frau am rechten Ort bringen Entlastung für den Unternehmer. Wer selbst auf Hochtouren läuft, übersieht leicht, dass eine Einarbeitungsphase notwendig ist. Doch wenn ein Mitarbeiter in 35 oder 42 Stunden nicht einmal das, was früher in 12 Stunden „nebenbei“ erledigt wurde, schafft, verbrennt in diesem Bereich viel Geld.
Mein Tipp: Schaffen Sie klare Strukturen. Wenn Sie Ihre Mitarbeiter einbinden, sind diese besser motiviert und wissen genau, was ihre Aufgaben sind.
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